Musik in 1.000 Zeichen: Balthazar – »Thin Walls«

Balthazar - Thin Walls

Alle paar Jahre klopft es an die belgisch-deutsche Grenze und eine großartige Band steht mit unglaublich eigenem Sound vor der Tür. Was haben wir einen Spaß mit den bezaubernd schrägen Deus gehabt?! Oder Balthazar: Vier Herren und eine Dame aus Gent wühlen seit mittlerweile elf Jahren in der Kiste mit den großartigen Melodien und den unauffälligen, aber entscheidenden Arrangement-Feinheiten.

Für ihr drittes Album, »Thin Walls« [Affiliate Link], greifen sie mit allen Händen tief hinein in diese Kiste und schmeißen die Klamotten wild durch die Gegend, bis die ganze Bude voll liegt mit Schönheit. Da sind vierstimmig gesungene Refrains und lässig genuschelte Strophen, die sich gekonnt abwechseln und den zehn Songs allein schon gesanglich eine enorme Dynamik verpassen. Da sind zurückhaltende Gitarren und schüchterne Streicher, die den Hörer umschmeicheln, plötzlich alles aufreißen und einen weiten Horizont offenbaren.

Und da sind prägnante Basslinien und ein Schlagzeug, die gemeinsam zum Tanzen animieren, indem sie auf langweilig gerade Beats verzichten. Insgesamt ein raffiniert vertracktes und gleichzeitig so klares Album. Belgien: Zwölf Punkte!

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