Musik in 1.000 Zeichen: Balthazar – »Thin Walls«

Balthazar - Thin Walls

Alle paar Jahre klopft es an die belgisch-deutsche Grenze und eine großartige Band steht mit unglaublich eigenem Sound vor der Tür. Was haben wir einen Spaß mit den bezaubernd schrägen Deus gehabt?! Oder Balthazar: Vier Herren und eine Dame aus Gent wühlen seit mittlerweile elf Jahren in der Kiste mit den großartigen Melodien und den unauffälligen, aber entscheidenden Arrangement-Feinheiten.

Für ihr drittes Album, »Thin Walls« [Affiliate Link], greifen sie mit allen Händen tief hinein in diese Kiste und schmeißen die Klamotten wild durch die Gegend, bis die ganze Bude voll liegt mit Schönheit. Da sind vierstimmig gesungene Refrains und lässig genuschelte Strophen, die sich gekonnt abwechseln und den zehn Songs allein schon gesanglich eine enorme Dynamik verpassen. Da sind zurückhaltende Gitarren und schüchterne Streicher, die den Hörer umschmeicheln, plötzlich alles aufreißen und einen weiten Horizont offenbaren.

Und da sind prägnante Basslinien und ein Schlagzeug, die gemeinsam zum Tanzen animieren, indem sie auf langweilig gerade Beats verzichten. Insgesamt ein raffiniert vertracktes und gleichzeitig so klares Album. Belgien: Zwölf Punkte!

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: Metz – »II«
Metz nutzen Musik, um Dampf abzulassen. Und am anderen Ende dieses Ventils kann man sich aufs Großartigste die Frisur durchföhnen lassen.
Musik in 1.000 Zeichen: AJJ – »The Bible 2«
Den Finger in die wunden Stellen unserer Zeit gelegt: »The Bible 2« hätte das Zeug zum Runterziehen, wäre da nicht diese grandios positive Musik.
Musik in 1.000 Zeichen: Waxahatchee – »Out In The Storm«
Feine Melodien, griffige Gitarren und wundervolle Stimme ergeben ein Klangbild wie in den 90ern. Groß, wie sich die Songs zum Refrain hin öffnen.
Musik in 1.000 Zeichen: Protomartyr – »Relatives In Descent«
Kreischende Gitarren zerren am Hörer, während Schlagzeug und Bass auf ihn niederprasseln: Protomartyrs viertes Album ist ihr düsterstes und intensivstes.
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat - nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,