Musik in 1.000 Zeichen: Sacred Paws – »Strike A Match«

Sacred Paws - Strike A Match

31 Jahre ist es jetzt her, dass der New Musical Express mit seiner Sampler-Kassette »C86« der Welt eine Blaupause für feinen Indie-Pop schenkte. Bis heute wirkt der darauf enthaltene Sound mit seinen twangenden Gitarren, dem Hang zum Uptempo und seiner zumeist unverschämt guten Laune vor allem im United Kingdom nach.

Jüngstes Beispiel einer von C86 beeinflussten Band: Sacred Paws. Auf deren Debüt-Album »Strike A Match« [Affiliate Link] finden sich allerdings noch weit mehr Einflüsse. Da sind vertrackte Calypso-Rhythmen und passend gezupfte Gitarren, da ist der Tanzbefehl des Math Rock und Bläser-Akzente zum Abrunden des Ganzen. Natürlich werfen Gitarristin Rachel Aggs und Schlagzeugerin Eilidh Rodgers auch noch ihre Punk-, Postpunk- und Riot-Grrrl-Banderfahrungen mit in die Waagschale, ehe sie alles zu einem verdammt mitreißenden Mix vermengen.

Dieser Platte scheint die Sonne aus dem Hintern. Sie schnappt Dich, schüttelt Dich durch und setzt Dich nach einer guten halben Stunde sanft wieder ab. Gerade rechtzeitig, ehe die Gleichförmigkeit vieler Songs die gute Stimmung trüben könnte.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Musik in 1.000 Zeichen: Nick Cave & The Bad Seeds – »Lovely Creatures«

Nick Cave & The Bad Seeds - Lovely Creatures

Eigentlich sollte dieses Album schon im Jahr 2014 erscheinen. Damals jährte sich das Bad-Seeds-Debüt zum dreißigsten Mal. Und zur Feier des Jahres hatten sich Nick Cave und Band-Mitgründer Mick Harvey in das über weite Strecken gemeinsame Œuvre verbuddelt, um eine amtliche Best-of-Platte zusammenzuklauben: »Lovely Creatures« [Affiliate Link] wurde seinerzeit dann aber doch nicht veröffentlicht.

Erst jetzt ist es soweit. In der Zwischenzeit haben Cave und seine Bad Seeds mit »Skeleton Tree« das an trostloser Schönheit kaum zu überbietende sechzehnte Studioalbum produziert, das bei dieser Compilation jedoch keinen Widerhall findet. Stattdessen bietet diese Zusammenstellung einen Rückblick aus der Warte des Jahres 2014. Je nach gewähltem Format erwarten den Zuhörer bis zu 45 Songs aus allen Alben von »From Her To Eternity« bis »Push The Sky Away«.

Alle Hits sind dabei, was Cave-Neueinsteiger freuen dürfte. So bekommen sie auf einen Schlag einen hervorragenden Überblick. Langzeit-Fans wird dieses Werk dagegen eher nicht überraschen. Eventuell ist für sie das schmückende Beiwerk interessanter: ein Büchlein mit Geschichten aus der Bandhistorie und Fotos, Fotos, Fotos.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Musik in 1.000 Zeichen: Do Make Say Think – »Stubborn Persistent Illusions«

Do Make Say Think - Stubborn Persistent Illusions

Kanada, Deine Postrock-Kollektive! Gemeinsam mit Godspeed You! Black Emperor tragen Do Make Say Think seit zwei Jahrzehnten dazu bei, dass das Eishockey-Mutterland auch in Sachen ausufernder Instrumental-Musik ein dickes Kreuz auf der Landkarte trägt. Knapp acht Jahre sind seit dem letzten Album des Oktetts aus Toronto vergangen.

Und es braucht nur wenige Takte von »Stubborn Persistent Illusions« [Affiliate Link], um zu spüren, dass diese Zeit der musikalischen Wucht der Band nichts hat anhaben können. Nach wie vor zelebrieren Do Make Say Think ihre ganz eigene Form des Postrock. Ohne großen Schnickschnack lassen sie ihren Songs Raum, sich zu entwickeln. Anders als viele Kollegen spielen sie dabei nur selten das Leise-Laut-Leise-Spiel. Sie bauen die Spannung beim Hörer subtiler auf – oftmals über die Rhythmik. Dreh- und Angelpunkt ist der Bass.

Er hat Richtung und Geschwindigkeit der Stücke in der Hand. Die anderen Instrumente folgen seinen Schwenks, entfalten sich zu kleinen rhythmischen Vertracktheiten, fahren sich zurück und bauen gleich danach den nächsten Spannungsbogen auf. Ein tolles Werk einer immer noch relevanten Band.

Auf der Bandcamp-Seite von Do Make Say Think kann man das neue Album in Teilen anhören.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Musik in 1.000 Zeichen: Mind Rays – »Nerve Endings«

Mind Rays - Nerve Endings

Nebenan in Belgien scheint es auch das eine oder andere zu geben, das die Galle zum Überkochen bringt. Dafür spricht zum Beispiel das Œuvre der Mind Rays aus Gent. Die Musik dieses Quartetts besteht zu circa 97 Prozent aus bis zur Halskrause mit zorniger Energie aufgeladenen Ausbrüchen – aus aufgewühlten Zeilen, über kratzige Basslines, hämmerndes Schlagzeug und rotzende Gitarrenwände hinweg dahingebellt. Ja, die Nerven(enden) liegen blank.

»Nerve Endings« [Affiliate Link] ist eine großartig explosive Verbindung von Garage, Punk und Psychedelic. Seine vergleichsweise zornlosen drei Prozent bezieht das Album aus dem Surf-Bereich, der hier und da kurz mal in Form einer twangenden Gitarre vorbeischmeicheln darf, eh alles wieder in Grund und Boden gestampft wird. Zehn Songs, 22 kompromisslose Minuten, danach sind die Ohren sauber ausgeputzt und alles Nötige ist erzählt.

Dank der stellvertretend übergekochten Galle setzt ein Gefühl von Erholung ein. Ein Album wie ein Kurztrip in ein Urschrei-Seminar. Und ein heißer Tip für die Mittagspause an beschissenen Tagen. Danach geht es einem besser.

Auf der Bandcamp-Seite der Mind Rays bietet sich die Möglichkeit, »Nerve Endings« in Gänze anzuhören.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Musik in 1.000 Zeichen: Fazerdaze – »Morningside«

Fazerdaze - Morningside

Was immer der Kalender auch behaupten mag: Anfang Mai kommt der Sommer. Amelia Murray schickt ihn uns aus Neuseeland. Unter ihrem musikalischen Alter Ego Fazerdaze hat die Sängerin, Songwriterin, Gitarristin und Drumcomputer-Programmiererin zehn locker-leichte Indie-Pop-Nummern auf ein Album gepackt, die irgendwie danach schreien, mit Grashalm zwischen den Zähnen, auf der Motorhaube liegend und Schäfchenwolken guckend angehört zu werden.

Melancholische Momente unterstreichen den Eindruck nur, den dieses über weite Strecken sonnige Album hinterlässt. Das ist Songwriting mit der Klarheit der frühen Pop-Jahre damals Mitte der 60er und der Verve der 90er-Shoegazer. Sanft verweht der Hall Murrays Stimme und ihre filigranen Gitarrenmelodien und kann doch nicht verhindern, dass diese ebenso simplen wie eingängigen Harmonien hängenbleiben – noch einmal gehört werden wollen.

Und mit jeder weiteren Runde wächst »Morningside« [Affiliate Link], schält sich die Kontur der anfangs verhuscht wirkenden Songs heraus. Bis am Ende alles an und in Dir lächelt. Sommer!

Auf der Bandcamp-Seite von Fazerdaze besteht die Möglichkeit, »Morningside« anzuhören. Viel Spaß.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Music in 1.000 Zeichen: Mac DeMarco – »This Old Dog«

Mac DeMarco - This Old Dog

Gemessen an seiner Musik, muss man sich Mac DeMarco als unfassbar entspannten Typen vorstellen. Wie schon seine vier Vorgängeralben ist auch »This Old Dog« [Affiliate Link] derart komplett von einer Zurückgelehntheit durchzogen, dass einen allein das Hören zwangsläufig tiefer in den Sessel rutschen lässt.

Der Slacker-Stil des in New York lebenden Kanadiers hat einen Ruckzuck am Wickel. Plötzlich darf alles ein wenig langsamer passieren. Wir haben Zeit. Und eine lässig gezupfte Akustikgitarre. Und einen smoothen Bass. Und fast schon meditativ anmutende Synthiewellen. Und ein kleines bisschen Traurigkeit. Und … ach, herrlich! Nach eigener Auskunft ist Mac DeMarco bei der Aufnahme dieses Albums jedoch überhaupt nicht entspannt gewesen.

Inmitten von mehrmonatigen Renovierungsarbeiten hat er sich mächtig gestresst in seinem Home-Studio mit diesen Songs auseinandergesetzt. Herausgekommen ist eine Sommernachtsplatte voller Schönheit. Nicht auszudenken, wie bei ihm ein Album klänge, an das er ungestresst heranginge.

Auf der Bandcamp-Seite von Mac DeMarco kann man »This Old Dog« anhören. Enjoy.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Musik in 1.000 Zeichen: Nihiling – »Batteri«

Nihiling - Batteri

Wer je einen Beleg dafür gesucht hat, dass Postrock und Indie-Pop prima nebeneinander existieren können: Bitte sehr. Nihiling sind aus Hamburg und beim Musikmachen bislang vor allem durch clever durcharrangierten Progressive Rock aufgefallen.

Auf ihrem inzwischen vierten Album wenden sie sich nun jedoch anderen Welten zu – eben den besagten Postrock und Indie-Pop. Letzterer kommt vor allem während der ersten Hälfte von »Batteri« [Affiliate Link] zum Tragen. Ein wenig wavig verhangen erinnern die Gitarre und der eindringliche Gesang dabei vor allem an Bands von der Insel. The XX, etwa, oder die Foals.

Wenn im weiteren Verlauf des Albums dann die Instrumentalpassagen zunehmen, um den Stimmen gegen Ende den Raum sogar komplett abzuknapsen, liegt es plötzlich glasklar auf der Hand: Eingängige Melodien und flächige Gitarren, Ohrwurmpassagen und geduldig ausgebreitete Liedstrukturen, filigran Poppiges und rustikal Postrockiges passen ganz hervorragend unter einen Hut. Und dieser Hut steht Nihiling richtig gut.

Auf der Bandcampseite des Bielefelder Labels Kapitän Platte besteht die Möglichkeit, »Batteri« unter anderem anzuhören. Viel Vergnügen.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.