Musik in 1.000 Zeichen: Dungen – »Häxan«

Um einen Soundtrack zu Lotte Reinigers »Die Abenteuer des Prinzen Achmed« gebeten, hat sich das schwedische Psych-Rock-Quartett Dungen intensiv mit diesem Filmklassiker aus dem Jahr 1926 und seiner damals bahnbrechenden visuellen Ästhetik befasst. Vor allem von der Figur der Hexe begeistert, haben sie diese zur Titelheldin ihres ersten Instrumental-Albums überhaupt gemacht.

Und »Häxan« [Affiliate Link] verfügt über ein seltsam faszinierendes Eigenleben. Ziemlich genau sieben Minuten lang lässt diese Platte die Leute an den Kopfhörern in dem Glauben, es hier mit einem typischen Soundtrack zu tun zu haben. Breit und gemütlich mäandert die klassisch cineastische Klanglandschaft dahin, ehe plötzlich alles aufreißt. Aus dem Nichts jagt ein Riff im Tony-Iommi-Format von links nach rechts und zurück durch die Box, untermalt dabei eine entfesselte Querflöte.

In der Folge scheint alles möglich: Feiste Hammond-Orgeln, sphärische Synthesizer, flirrende Ambient-Sounds, derbe Rockausbrüche und uferlose Dissonanzen geben sich die Klinke in die Hand und dem Hörer einiges zu knabbern. Ein verdammt wilder Ritt.

Auf der Bandcamp-Seite von Dungen kann man »Häxan« komplett anhören. Viel Spaß dabei.

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