Musik in 1.000 Zeichen: Ratatat – »Magnifique«

Ratatat - Magnifique

Wieder einer dieser Fälle, in denen weniger einfach mehr ist. Auf ihrem fünften Studioalbum lassen Evan Mast und Mike Strout eine Menge Sachen weg. Die dichten Instrumenten-Schichten, zum Beispiel, die die beiden eher experimentellen Vorgängerplatten von »Magnifique« [Affiliate Link] bevölkerten.

Stattdessen geht es vor allem gitarrenlastig zu, eine Rückbesinnung auf alte Tage, die gleichzeitig einen Sprung nach vorne bedeutet. Denn das Ergebnis dieser Rückbesinnung ist enorm zugänglich. Im Nu sitzen die Ohrwürmer, die da aus der Pedal Steel Guitar fließen. Überhaupt Pedal Steel Guitar: Es ist schon erstaunlich, welch futuristische Klänge Ratatat diesem Instrument entlocken, das ansonsten eher im traditionellen (und somit in Sachen Zukunft eher unbeweglichen) Country-Kontext zu hören ist.

Das mag auch daran liegen, dass bei der Produktion vornehmlich Melodien als Ausgangspunkt der einzelnen Songs standen. Früher starteten Mast und Strout beim Komponieren immer mit dem Beat. Das war weniger, in dem Fall aber nicht unbedingt mehr.

Drüben bei der Spex kann man »Magnifique« im Stream hören, wenn man möchte.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: Black Peaches - »Get Down You Dirty Rascals«
Pedal Steel, Funk-Bass, Latino-Percussion. Die wahrscheinlich treffendste Beschreibung für dieses Album: Kommt ein Cowboy in die Samba-Disco.
Musik in 1.000 Zeichen: A. Dyjecinski – »The Valley Of Yessiree«
Musik, die auf der Suche nach der Einsamkeit entstand. Wie gemacht für das Sofa hinter dem sturmumtosten Fenster. Erste Herbstplatte 2016.
Musik in 1.000 Zeichen: Minor Victories – »Minor Victories«
Slowdives flirrender Shoegaze, Mogwais klangliche Weite und die Düsternis der Editors. Doch diese Super-Group ist weit mehr als die Summe ihrer Teile.
Musik in 1.000 Zeichen: Rival Kings – »War«
Catchy Melodien, Tempowechsel, Hooklines, Songstrukturen, Album-Dramaturgie: alles wie aus einem Guss. Und trotzdem fehlt irgendwas, das hängenbleibt.
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat - nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,