Musik in 1.000 Zeichen: Modern Baseball – »Holy Ghost«

Modern Baseball - Holy Ghost

Knatternd jagt das Schlagzeug ein Break durch die Box, um den Halftime danach mit scheppernden Becken gleich wieder auf Fahrt zu bringen. Der Bass zieht mit, die Gitarre haut die Melodie mit der mittelgroben Kelle raus und der Sänger strapaziert die Stimme bis kurz vor dem Kippen.

Es sind diese Momente im Zusammenspiel von Tempo und Timing, von Energie und Enthusiasmus, von Verzückung und Verzerrung, die den amerikanischen Indierock tief ins Herz seiner Anhänger graviert haben. Und Modern Baseball kommen auf ihrem neuen Werk mit mächtig vielen solcher Momente um die Ecke. »Holy Ghost« [Affiliate Link] hat von Druck über Melodie bis zu Mitsingpassagen alles, was ein ordentlich rockendes Sommer-Album braucht.

Da werden die Jungens von Weezer so blass wie ihr neulich erschienenes weißes Album. Die Gegenwart der amerikanischen Indiegitarrenkunst gehört ohne Zweifel Bands wie Modern Baseball, die in letzter Zeit im Übrigen erstaunlich oft aus Philadelphia kommen. Falls die da was ins Trinkwasser tun: Gerne weiter so!

Auf der Bandcamp-Seite des Plattenlabels kann man »Holy Ghost« probehören (und natürlich auch erwerben). Viel Vergnügen.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: The Fall – »Sub-Lingual Tablet«
Platte gewordene Agitation. Prügeln, wimmern, bellen – Gut ist das immer noch, allerdings hat es vor langer Zeit aufgehört zu überraschen.
Musik in 1.000 Zeichen: Peter Bjorn and John – »Breakin' Point«
Ein unbeschwerter Schwof durch die schwedisch-europäische Popgeschichte, der an allen Ecken und Enden nach einem richtig guten Sommer klingt.
Musik in 1.000 Zeichen: Pixies – »Head Carrier«
Früher war mehr Schmackes. Für Pixies-Neuentdecker kann dieser zum zweiten Mal in der Tasse hängende Teebeutel dennoch ein guter Einstieg sein.
Musik in 1.000 Zeichen: Mondo Fumatore – »The Yeah, The Yeah And The Yeah«
Eine feine Lehrstunde, was die Garage braucht, um richtig zu scheppern: messerscharfe Riffs, twangende Fills, preschendes Schlagzeug, Mundharmonika …
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat – nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,