Musik in 1.000 Zeichen: Weaves – »Weaves«

Weaves - Weaves

Kurz braucht das Gehör, sich an die stellenweise kieksende Stimme von Jasmyn Burke zu gewöhnen, dann kommt das System in Wallung. Weaves sind ein ebenso freundlicher wie wilder Gruß aus dem kulturellen Untergrund Torontos. Math, Twang, Postpunk: Keine musikalische Spielart, keine Idee bleibt auf dem selbstbetitelten Debüt [Affiliate Link] unangetastet, wenn sie dem Quartett nur in den gerade aktuellen Kram passt.

Aufs Spielerischste und Experimentellste setzen sich Weaves mit dem Konstrukt »Song« auseinander, zerlegen es in seine Einzelteile und basteln es völlig neu wieder zusammen. Melodie und Rhythmus haben dabei gleichermaßen das Sagen. Mal ranken sich alle um die nur kurz zarte Gitarre, mal folgen alle dem rasant Haken schlagenden Schlagzeug. Und dann wieder laufen alle Instrumente im gestreckten Galopp auseinander, nur um sich im nächsten Moment ineinander zu verkeilen.

Das führt das popgeeichte Ohr in unbekannte Welten – wo dann jenseits der Dekonstruktion doch erstaunlich viel Bekanntes wartet. Hartnäckige Hooklines, zum Beispiel.

Das Debüt der Weaves kann man in ihrem Soundcloud-Kanal hören. Viel Spaß.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: Envy – »Atheist's Cornea«
Im Wechsel zwischen Postrock und Screamo, zwischen Melodien und Metalriffs: Das erste Album seit fünf Jahren zeigt die Japaner in Bestform.
Musik in 1.000 Zeichen: Dirk Darmstaedter – »Beautiful Criminals«
Dirk Darmstaedter jagt immer noch den großen Popsong. Auf Solo-Scheibe Nummer 13 hat er ein paar kapitale Exemplare vor die Flinte bekommen.
Musik in 1.000 Zeichen: Michael Kiwanuka – »Love & Hate«
Englands Vorzeigesoulschmeichler mit der Knallerstimme ist zurück und bringt der Welt zehn zeitlose, warm arrangierte und knackig produzierte Songs.
Musik in 1.000 Zeichen: NAP – »Villa«
Vom Blues Rock über Psychedelic und Hard Rock bis hin zum staubtrockenen Stoner mit Doom-Anklängen: Was ein grandioses Brett voller Richtungswechsel?!
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat – nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , ,