Musik in 1.000 Zeichen: Radiohead – »A Moon Shaped Pool«

Radiohead - A Moon Shaped Pool

Dieses Ding kam im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Nichts. Im Vorfeld der vorgezogenen digitalen Veröffentlichung hatten Radiohead ihre Auftritte in sämtlichen Social-Media-Kanälen zunächst verblassen und dann verschwinden lassen. Ein paar Tage später erschien mit »A Moon Shaped Pool« [Affiliate Link] ein Album von ätherischer Schönheit. So kennen wir die Herren aus Oxford: nie nur auf die Musik bedacht, sondern immer auf die Gesamtinszenierung.

Eine nahezu fragil-filigrane Gesamtinszenierung in diesem Fall. Gerade zum Einstieg und stellenweise auch unterwegs drumt und basst es zwar noch ein wenig. Während des Hauptteils der Platte legen sich aber das Sirren und Flirren eines Orchesters wie ein hauchzarter Schleier über alle Instrumente und die Elektronik. Nebulös, fesselnd, verwunschen: So mag sie klingen, die akustische Entsprechung zum optischen Verschwinden.

So klingt auf jeden Fall ein gelungener Anschluss an das vorletzte Album »In Rainbows« – gelungener als der damals eigentliche Nachfolger »The King of Limbs«, der in seiner Belanglosigkeit hiermit zu den Akten gelegt sei.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: The Ukrainians – »Evolutsiya!«
Die Ukraine wird 25, die Ukrainians auch. Doppelter Anlass also für ein Doppelalbum voller britischem Pop, osteuropäischer Folklore und Augenzwinkern.
Musik in 1.000 Zeichen: Haley Bonar – »Impossible Dream«
Feine Melange aus Folk und Shoegaze und Dreampop mit ruhigen Passagen, die auch anders können. Insgesamt eine gute halbe Stunde klanglicher Schönheit.
Musik in 1.000 Zeichen: King Creosote – »Astronaut Meets Appleman«
Traditionsbewusster Folk, gepaart mit Drone-Pop, mit Elektro-Einsprengseln, Stille und Highland-Melancholie: willkommen in der Welt von King Creosote.
Musik in 1.000 Zeichen: Liam Gallagher – »As You Were«
Liams Debüt unter eigenem Namen klingt haargenau wie das, was jeder von ihm erwartet hat: Britpop, wie er auch vor 20 Jahren funktioniert hätte.
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat – nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,