Musik in 1.000 Zeichen: Emmy The Great – »Second Love«

Emmy The Great - Second Love

Es gibt Menschen, die behaupten, dass Emma-Lee Moss in erster Linie Poetin ist, die in der Musik ein Vehikel für ihre Verse findet. Beim allerersten Hören des neuen Albums mag man ihnen kurz beipflichten. Denn während die Verse gleich in voller Schönheit erstrahlen, wirken die Songs vergleichsweise simpel.

Doch mit jedem Durchgang verfliegt dieser Eindruck immer mehr, bis am Ende kein Zweifel mehr bleibt: Emmy The Great agiert musikalisch nicht minder raffiniert als sie es sprachlich schon immer tat. Die Eingängigkeit der zwölf Songs auf »Second Love« [Affiliate Link] ist das Ergebnis eines feinen Gespürs für Melodie und einer riesigen Experimentierfreude. Die Britin setzt nicht auf die poppige Nummer Sicher. Ihre Musik umkreist den Hörer, ehe sie lange im Ohr hängenbleibt – die gezupften Gitarren, der sanfte elektronische Klangteppich und die kristallklare Stimme.

Drei Jahre hat die Arbeit an diesem Album gedauert. Am Anfang war sich Moss sicher, eine Platte über Technologie und Zukunft zu machen. Letztlich handelt fast alles von Liebe. Wie das eben passiert, wenn Poeten am Werk sind.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: Bernd Begemann & Die Befreiung – »Eine kurze Liste mit Forderungen«
Leichtfüßige Melodien, markante Stimme: alles wie eh und je im Begemann-Universum. Wenn das Augenzwinkern nur nicht so aufgesetzt wirkte.
Musik in 1.000 Zeichen: FJØRT – »Kontakt«
Auf »Kontakt« zerlegen FJØRT das Beste aus Post-Hardcore und Post-Rock in Einzelteile, um daraus ein knackiges Stück Katharsis zu basteln.
Musik in 1.000 Zeichen: The Handsome Family – »Unseen«
Warmer Bariton erzählt über Country-Klänge hinweg schräg-düstere Geschichten: Die Musik der Handsome Family ist eine seltsam faszinierende Kombination.
Musik in 1.000 Zeichen: Blueneck – »The Outpost«
Kraftvoll pulsierende Synthies, hallende Gitarre, sphärisches Surren und eine unverwechselbare Stimme: Blueneck klingen hier vielfältiger denn je.
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat - nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,