Musik in 1.000 Zeichen: anorak. – »Enthusiasts and Collectors«

Anorak - Enthusiats and Collectors

Fünf junge Kölner bitten zur Sprechstunde. Inhaltlich beschäftigt sich das anorak.-Debütalbum von Ignoranz bis zum Borderline-Syndrom, von Zwangsneurosen bis zu absoluter Isolation mit Krankheiten und Symptomen, die Mensch und Gesellschaft zu schaffen machen. Dankenswerterweise liefert »Enthusiasts and Collectors« [Affiliate Link] die passende Therapie gleich mit: in Form von feinstem Screamo.

Hier werden Verzweiflung und Zorn in druckvolle Gitarren, treibende Rhythmen und teils bis zum Überschlagen gebrüllte Lyrics umformuliert. Doch aus dem Nichts entzünden melodiöse Verspieltheiten, raffinierte Breaks und spontane Richtungswechsel das Fünkchen Hoffnung in dieser Finsternis. Plötzlich ist alles hell erleuchtet. Ja, hinter dem Horizont geht es weiter.

Und wie weit dieser Horizont bei anorak. doch ist, alleine schon musikalisch. Es bestehen keinerlei Berührungsängste zu Indie-Gitarren oder Post-Hardcore-Frickeleien, was die Band aus dem Gros der heimischen New-Wave-of-Hardcore-Kapellen herausragen lässt. Eine wirklich tolle Platte. Die nächste, bitte.

Die Vinylfassung des Albums besteht in der ersten Auflage samt und sonders aus Unikaten. Jedes Cover ist mit einem anderen Polaroid versehen. Die Fotos stammen aus einer Bilderserie, die der Gitarrist der Band geschossen hat. Und die Musik klingt zum Beispiel so:

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

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