»Köln zu Fuß«: Abseits ausgelatschter Trampelpfade

Eckhard Heck - Köln zu Fuß

Ein Wan­der­füh­rer, der sei­ne Leser in Häu­ser­schluch­ten statt in die Natur lockt; ein Stadt­füh­rer, der den nicht so offen­sicht­li­chen Per­len am Weges­rand eben­so viel Raum bie­tet wie den bekann­tes­ten Sehens­wür­dig­kei­ten am Ort: »Köln zu Fuß« ist in vie­ler­lei Hin­sicht ein beson­de­res Buch. Und dann doch wie­der nicht so beson­ders, wenn man das Œuvre sei­nes Autoren kennt. Schon mehr­fach hat sich Eck­hard Heck in Büchern und Rei­se­füh­rern foto­gra­fisch und text­lich mit Städ­ten zwi­schen Rhein und Maas aus­ein­an­der­ge­setzt. Immer hat er dabei ver­steck­te Schön­hei­ten und Ecken auf­ge­tan, die selbst so man­chen ein­ge­fleisch­ten Ein­hei­mi­schen über­rasch­ten. In die­ser Hin­sicht schließt sein neu­es Buch naht­los an die­se frü­he­ren Wer­ke an.

Ein­zig das Kon­zept hin­ter den 200 Sei­ten ist ein gänz­lich ande­res. Wo bis­lang jeder Ort für sich stand, fügt Heck sei­ne Ent­de­ckun­gen und Tipps nun­mehr zu loh­nens­wer­ten, inner­städ­ti­schen Wan­der­rou­ten zusam­men. Ins­ge­samt sie­ben sol­cher Rou­ten hat er für »Köln zu Fuß« [Part­ner­link] in den Stadt­plan Kölns gemalt. Ent­lang jeder von ihnen hat er zahl­rei­che besu­chens­wer­te Weg­mar­ken ausgemacht.

Bau­ten und Denk­mä­ler aus allen erdenk­li­chen Epo­chen, grü­ne Fleck­chen und Plät­ze vol­ler Indus­trie­ro­man­tik oder ein­fach mal nur ein Büd­chen: Über­all hat Eck­hard Heck Geschich­ten und Geschicht­chen gefun­den, hat ihnen nach­ge­spürt und das aus­gie­big Recher­chier­te locker leicht auf­ge­schrie­ben. Eine gelun­ge­ne Kom­bi­na­ti­on aus Infor­ma­ti­vem und Unter­halt­sa­mem. Der unver­kenn­ba­re Humor des Autoren ragt dabei bis in die Bild­un­ter­schrif­ten der Fotos hin­ein, die wie die Tex­te den beson­de­ren Blick­win­kel suchen.

Köln zu Fuß, Seite 122

Neben essen­ti­el­len Infor­ma­tio­nen zu den jewei­li­gen Wan­der­rou­ten – die Beschrei­bun­gen sind so exakt, dass sich auch jeder Orts­un­kun­di­ge zurecht­fin­det, Stadt­plan und Bahn­netz im Umschlag run­den den Ser­vice ab – hat Heck Wis­sens­wer­tes über Köl­ner Legen­den und Mythen, über die rhei­ni­sche Mund­art und ihre Spre­cher, über ver­ru­fe­ne Orte, stum­me Zeit­zeu­gen und was nicht noch alles zusam­men­ge­tra­gen. Bewusst führt ein Groß­teil sei­ner Rou­ten über die ehe­ma­li­ge ers­te Stadt­mau­er Kölns hinaus.

Das Sehens- und Erzäh­lens­wer­te liegt nicht ein­zig ent­lang der aus­ge­latsch­ten tou­ris­ti­schen Tram­pel­pfa­de der Alt­stadt. Dom, Heu­markt und ande­re übli­che Ver­däch­ti­ge fin­den in »Köln zu Fuß« natür­lich ihren Raum – aber eben auch die Hal­te­stel­le Bres­lau­er Berg, die ehe­ma­li­ge Schu­le in der »Kay­jass«, das »Kal­te Eck« oder die Puz­ta-Hüt­te. Ein­mal mehr wer­den selbst ein­ge­fleisch­te Ein­hei­mi­sche über­rascht sein.

Die­se Bespre­chung erschien ursprüng­lich in der April­aus­ga­be der »Schnüss«.

Auch Anke hat sich mit »Köln zu Fuß« aus­ein­an­der­ge­setzt. Ihre Lese­emp­feh­lung ser­viert sie als Liste.

Der im Text mit [Part­ner­link] mar­kier­te Ver­weis wur­de von mir im Rah­men mei­ner Teil­nah­me am Part­ner­pro­gramm der Ama­zon EU S.à r.l. gesetzt. Wei­te­re Hin­wei­se dazu fin­den sich im Impres­sum die­ser Seite.

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