Musik in 1.000 Zeichen: Bernd Begemann & Die Befreiung – »Eine kurze Liste mit Forderungen«

Bernd Begemann & Die Befreiung - Eine kurze Liste mit Forderungen

Bernd Begemann hat seinen Frieden gemacht – mit den Dinkelkeks-Mamas, zum Beispiel. Zumindest behauptet er das zu Beginn seines neuen Albums. Weite Teile der anderen Songs sprechen eine andere Sprache. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, ist und bleibt Begemann der ewig lakonische Alltagsbeobachter und chronische Die-Welt-größtenteils-Scheißefinder.

Und auf dieses Gefühl des Ablehnens will er partout nicht verzichten. Auch das singt er auf »Eine kurze Liste mit Forderungen« [Affiliate Link], die mit 28 Liedern dann doch recht lang geworden ist. Da hat sich in vier Jahren einiges angestaut und zusammen mit den Herren der Befreiung arbeitet er die Themen Stück für Stück ab. Leichtfüßig tänzeln die Melodien wie eh und je unter seiner markanten Stimme und den Texten hindurch. Denen fehlt aber genau diese Leichtigkeit.

Irgendwie wirkt Begemanns zur Schau gestellter, zu allem Distanz wahrender Zynismus zunehmend bitter, sein Augenzwinkern aufgesetzt. Fast als habe das Leben den Fremden in Deiner Wohnung besiegt. Wenn das dieser Frieden sein soll, dann erklär den Dinkelkeks-Mamas bitte wieder den Krieg, Bernd.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

»Versiebt, Verkackt, Verheiratet: Vom Leben nach dem Happy End«
Romans Frau möchte ein Kind, Paul wurde gerade verlassen, Ben steht auf die beste Freundin seiner Freundin und Jimo - na, Jimo eben. In seinem neuen Buch begleitet Malte Welding diese vier H...
Musik in 1.000 Zeichen: Mac McCaughan – »Non-Believers«
Mac McCaughans erstes Solo-Album unter eigenem Namen spürt den frühen 80ern und ihrem Sound nach und bleibt doch unverkennbar McCaughan.
Musik in 1.000 Zeichen: The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die – »Harmles...
Viel Raum für den Bandnamen, viel Raum für die Musik: Jede Idee wird hier konsequent durchgezogen, solange sie den Song nach vorne bringt.
Musik in 1.000 Zeichen: Cairobi – »Cairobi«
Kraut, Italo-Pop, afrikanische Polyrhythmen oder lateinamerikanische Folklore: Auf ihrem Debüt scheren sich Cairobi nicht um irgendwelche Schubladen.
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat – nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,