Musik in 1.000 Zeichen: alt-J – »Relaxer«

alt-J - Relaxer

Nach fast drei Jahren Welttour am Stück kann einem der Sinn nach Relaxen stehen. Die zum Trio geschrumpften alt-J aus Leeds haben das gleich mal zum Programm und Titel ihres dritten Albums gemacht. Für »Relaxer« [Affiliate Link] haben sie ihren vormals verschachtelten Folk-Rock auf das Wesentliche heruntergeschält: eine Gitarrenlinie, etwas Percussion, ein wenig Elektronik, Gesang, fertig.

Das trägt immer genau so weit, wie dieses Minimum an Arrangement etwas hat, um damit zu arbeiten – eine Melodie, etwa, oder zumindest eine verfolgenswerte Idee. Gerade in der zweiten Albumhälfte gehen derlei Ideen aber zunehmend flöten. Kurz vor dem Albumende ist die leider völlig unaufregende Nulllinie des Relaxens erreicht, nach der es zum Glück wieder aufwärts geht.

Mit dem Finale schaffen alt-J den Umkehrschwung, der alle zwischenzeitlich aufkeimenden Zweifel an der Zukunft dieser Band wegwischt. »Pleader« ist eine fast sechsminütige, regelrecht sakrale Bombast-Folk-Nummer mit Orchester, Chor und Orgel, die für jeden zuvor erlebten Langeweile-Anflug entschädigt.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: Moddi – »Unsongs«
Zwölf Songs, die in zwölf Ländern verboten waren oder sind. Der Norweger Moddi hat ihnen allen einen neuen Klang gegeben und die Freiheit geschenkt.
Musik in 1.000 Zeichen: Kaiser Chiefs – »Stay Together«
Keinen Biss, aber das Zeug wirklich überall zu laufen. Der ehemalige Angry Mob sorgt jetzt für »Good Clean Fun«. Und der Autoscooter-DJ wird es lieben.
Musik in 1.000 Zeichen: Mondo Fumatore – »The Yeah, The Yeah And The Yeah«
Eine feine Lehrstunde, was die Garage braucht, um richtig zu scheppern: messerscharfe Riffs, twangende Fills, preschendes Schlagzeug, Mundharmonika …
Musik in 1.000 Zeichen: Have You Ever Seen the Jane Fonda Aerobic VHS? – »Jazzbelle 1984 / 1988«
Knackige Uptempo-mit-Melodie-Schmankerl mit Ballerbuden-Schlagzeug, Rumpelbass und Quietschkommoden. Tolle, wilde, weitestgehend gitarrenfreie Sache!
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat - nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,