Musik in 1.000 Zeichen: Sonic Youth – »Spinhead Sessions«

Sonic Youth - Spinhead Sessions

Da hat wieder jemand tief in der Kiste vergessener Aufnahmen gegraben und dabei ein tolles Stück Musikgeschichte herausgekramt. Aus dem Jahr 1986 stammt die Aufnahme dieser Session [Affiliate Link], die in den legendären Spinhead Studios in LA entstand und eigentlich nur eine Probe für den Soundtrack zu Ken Friedmans »Made in USA« war.

Allem »nur« zum Trotz stellt sie ein interessantes Mosaiksteinchen in der Geschichte von Sonic Youth dar. Zeitlich zwischen »Evol« und »Sister« gelegen, haben diese sieben reinen Instrumentalstücke mit den beiden genannten Alben genau nichts gemein. Die Soundskulpturen, die hier von Flageolett-Gitarren, flirrendem Bass und verhalten Akzente setzendem Schlagzeug erschaffen werden, erinnern vielmehr an das, was später kommen sollte – gut ein Jahrzehnt später. An die Zeit nach »Dirty« und nach den 90er-Mainstream-Tagen, als das Experimentelle eher filigran als krachig in das Schaffen der Band zurückkehrte.

Sonic Youth hatten das ganz feine Operationsbesteck also schon damals im Gepäck. Sie wollten aber offenbar noch ein bisschen mit dem Hammer arbeiten. Klangdekonstruktion kann ja so schön sein.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: anorak. – »Enthusiasts and Collectors«
Fünf junge Kölner formulieren Verzweiflung und Zorn in druckvolle Gitarren, treibende Rhythmen und bis zum Überschlagen gebrüllte Lyrics um.
Musik in 1.000 Zeichen: Nonkeen – »Oddments of The Gamble«
Im Grunde die Fortsetzung des Debüts im Februar. Und dann doch irgendwie anders als »The Gamble«, stärker brodelnd, heller, mit wunderschönen Momenten.
Musik in 1.000 Zeichen: Dinosaur Jr. – »Give A Glimpse Of What Yer Not«
Treibender Bass, rumpelndes Schlagzeug und Mascis-Soli, wie nur Mascis-Soli klingen: Dinosaur Jr. sind zurück – unverwechselbar und taufrisch.
Musik in 1.000 Zeichen: Gurr – »In My Head«
Rotzig wie 60er-Garage, verhangen wie Dreampop, twangend wie Surf, runtergekühlt wie Psychedelic und schmutzig wie Blues – ein unbelanglos großes Werk!
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat - nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,