Musik in 1.000 Zeichen: Telegram – »Operator«

Telegram - Operator

Eine Single raushauen, das Volk da draußen gut zwei Jahre köcheln lassen und deren Begeisterung mit intensiven Live-Shows anheizen, ehe man das erste Album in die Regale stellt. So wird’s gemacht. So haben Telegram ihrem Debüt das Prädikat »mit Spannung erwartet« besorgt.

Und dieses gespannte Warten hat sich gelohnt. Das Schlagzeug böllert, der Bass rumst, die Stimmbänder rasseln und die Gitarren schrubben ordentlich was weg. Kurzum: Die Musik der vier Herren aus London hat diese erfrischend rotzige Unbedarftheit, wie sie ersten Alben von »der Insel« oftmals zueigen ist. Da klingt Proto-Punk durch, aber eben auch die klassisch britische Indie-Gitarre, die am Anfang der Karriere immer so herrlich knallt. Wie damals bei Ash oder später bei den Arctic Monkeys.

»Erhaltet Euch dieses Wilde«, möchte man ihnen zurufen, während man schon ahnt, dass auch sie irgendwann Musik mit dem Kopf statt mit dem Bauch machen werden. Passagen zwischen ruhig und krautig deuten das Potenzial dazu an. Bis zur kreativen Explosion demnächst überwiegt auf »Operator« [Affiliate Link] aber erst einmal das Druckvolle.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: Fink – »Horizontalism«
Alles wabert und loopt, alles schlingert, flirrt und hallt. Fin Greenall hat Teilen seines letztjährigen Albums ein neues Gewand verpasst. Und das sitzt prächtig.
Musik in 1.000 Zeichen: Battles – »La Di Da Di«
Treibendes Schlagzeug und Klänge, die schwerer zusammenzuhalten sind als ein Sack Flöhe: Battles treten zur Rückkehr erstmal die Tür ein.
Musik in 1.000 Zeichen: Ha Det Bra – »Societea For Two«
Ha Det Bra spielen Posthardcore und Noise Rock, dass es eine Freude ist. Mit großem Furor, mächtig Dampf und immer neuen Eskalationsstufen.
Musik in 1.000 Zeichen: Pup – »The Dream Is Over«
Pup wandeln die Ups and Downs des Lebens in unbändige Energie um, in rhythmisch vertrackte Hardcore-Ausbrüche und frickeliges Indie-Gitarren-Gebastel.
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat - nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,