Musik in 1.000 Zeichen: Yndi Halda – »Under Summer«

Yndi Halda - Under Summer

Wer es mit Yndi Halda hält, war schon immer gut beraten, ein wenig geduldig zu sein. Von jeher sind die fünf Herren aus Canterbury nicht unbedingt von der schnellen Truppe – im allerpositivsten Sinne, versteht sich. In aller Seelenruhe entspinnen sie ihre Idee von Postrock, die in ihrer durchkomponierten Art und wegen des intensiven Einsatzes von Streichern Parallelen zur Musik von Godspeed You! Black Emperor aufweist.

Vier mäandernde Schönheiten bildeten vor mittlerweile zehn Jahren das wundervolle Debüt »Enjoy Eternal Bliss«. Live gab es in der Zwischenzeit immer mal wieder neue Werke zu hören. Ein Album aber ließ bis jetzt auf sich warten. Wie gesagt: Yndi Halda erfordert Geduld! Die aber hat sich gelohnt. »Under Summer« [Affiliate Link] kommt deutlich gesangslastiger daher, ist trotz dieses Unterschieds aber ebenso schön wie sein Vorgänger. Und vor allem ähnlich aufgebaut.

Wieder greifen vier Stücke voller Stille, Crescendi und Ausbrüchen als Gesamtkunstwerk ineinander, das vorzugsweise in einem Rutsch genossen werden sollte – in einem geduldigen Rutsch, versteht sich.

»Under Summer« kann man drüben auf der Bandcamp-Seite des Labels Big Scary Monsters anhören. Viel Vergnügen.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: William Fitzsimmons – »Pittsburgh«
Sieben Lieder zur Verarbeitung des Tods seiner Großmutter. Einmal mehr kehrt Fitzsimmons herrlich unpathetisch sein Innerstes nach außen.
Musik in 1.000 Zeichen: Stone Foundation – »Street Rituals«
Acid-Jazz-Bass, Northern-Soul-Schlagzeug, Bläsersätze, E-Piano und Modfather Paul Weller am Mischpult verpassen diesem Album mächtig britischen Groove.
Musik in 1.000 Zeichen: Octo – »Kitsch«
Eine außergewöhnliche Gelegenheit, zwei Bässen beim Lostreten von Tieftonlawinen zuzuhören. Dazu ein Schlagzeug, das die beiden strukturiert. Stark!
Musik in 1.000 Zeichen: Hathors – »Panem Et Circenses«
Schönheit und Gepolter übereinander geschichtet: Wie lange verschollene Musik aus dem Sub-Pop-Keller – veredelt mit rohem Punk, Garage und Melodie.
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat - nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,