Oh, ein Stöckchen

Seit einiger Zeit werden sogenannte Stöckchen in diesem Internet herumgeworfen. Bislang hatte ich auf diversen Seiten immer mal wieder davon gelesen, beziehungsweise das gelesen, was dabei herauskam: Beiträge zur Arbeitsweise desjenigen Blogbetreibers, derjenigen Blogbetreiberin oder des jeweiligen Autorenkollektivs, zum Beispiel. Jetzt habe ich auch so ein Stöckchen vor den Kopf bekommen. Der 11punkt-Verlag hat es geworfen. Und das hier ist, was ich daraus mache:

1. Blogger-Typ
Ich würde mich zu weiten Teilen der Kategorie Impulsblogger zuordnen. Wenn es mich überkommt, schreibe ich etwas. Einem festen Zeitplan folge ich dabei nicht. Thematisch dreht sich das Geschriebene dann zumeist um die Themen Fußball und (Pop-)Kultur. Oder sie haben mit Geschehnissen aus der virtuellen Welt zu tun, die ich irgendwo aufgeschnappt und dann nachgehakt habe. Da ich auch beruflich mit Buchstaben zu tun habe, kann es auch immer wieder mal passieren, dass ich Texte, die in diesem Kontext entstanden sind, in mein Blog packe. Etwa, wenn sie aus welchen Gründen auch immer gar nicht oder nur in gekürzter Form veröffentlicht worden sind. Und wenn sich hier seit Ewigkeiten nichts bewegt hat, haue ich auch schon einmal einen Text hier hinein, der noch auf meiner Halde herumlag – der ist dann meist ein wenig alt, aber in meinen Augen nicht veraltet. Sonst würde ich ihn ja niemandem vorsetzen.

2. Gerätschaften digital
Ich schreibe an meinem Laptop, besitze ein Smartphone und ein Tablet, die beide Androiden sind. Zwar benutze ich die beiden in allerlei Lebenslagen, beim Bloggen kommen sie aber nicht zum Einsatz. Das kriegen besagter Laptop und ich ganz gut alleine hin. Für Interviews, die allerdings meist bei meinen Auftraggebern und nur selten hier veröffentlicht werden, aktiviere ich manchmal auch noch mein MP3-Diktiergerät.

3. Gerätschaften analog
Zum Schreiben benutze ich einen Füller, den mir vor einiger Zeit meine Freundin geschenkt hat – das »graue Einhorn« (Ergänzung, da jemand explizit nachfragte: Das ist der Spitzname des Füllers, nicht der Freundin). Und mit dem mache ich mir Notizen auf so ziemlich jedem Stück Papier, das nicht bei drei auf den Bäumen ist. Die eine oder andere Notiz-App habe ich beizeiten ausprobiert. Über handschriftliches Gekritzel geht mir bislang nichts. Ansonsten ist der große Block für Rechercheergebnisse und Textpassagen, die mir unterwegs einfallen, während sich die kleinen Notizbüchlein um spontane Gedankenfetzen und ähnliches kümmern.

4. Arbeitsweise
Wie gesagt, einem Zeitplan folge ich beim Schreiben hier nicht. Wenn sich etwas ergibt, ergibt sich etwas. Beruflich sieht es meistens so aus: Auftrag annehmen, Recherche, Gesprächspartner kontaktieren und sprechen, schreiben, abliefern, fertig. Oder: an Thema festbeißen, Recherche und so weiter, geschriebenen Artikel anbieten, Deal or no Deal, fertig. Wenn ein Artikel hier veröffentlicht wurde, bewerbe ich ihn noch ein wenig in den verschiedenen sozialen Netzwerken. Es sei denn, ich vergesse das. Kam auch schon einige Male vor.

5. Welche Tools nutzt du zum Bloggen, zum Recherchieren und zur Bookmark-Verwaltung?
Ich nutze WordPress auf dieser Seite. Spontane Beiträge schreibe ich unmittelbar ins Backend. Muss ein Text erst noch etwas gären, wird er in einem Word-Dokument zwischengeparkt und da immer wieder bearbeitet, bis er mir schmeckt. Und was ich zum Recherchieren benutze? Suchmaschinen, Bücher und Magazine, meine Augen und Ohren bei Ortsterminen, manchmal (und dann auch nur als Ausgangspunkt und nicht unhinterfragt) Wikipedia und immer wieder das gute alte Telefon. Bookmark-Verwaltung betreibe ich direkt im Browser, indem ich jedem potenziellen Artikel einen eigenen Lesezeichenordner einrichte. Mancher Ordner liegt da seit Jahren herum, weil der zugehörige Text es (bislang?) nicht über den »Da könnte ich auch mal drüber schreiben«-Status hinaus geschafft hat. Ach ja, Instapaper kommt auch manchmal zum Einsatz. Aber eher selten.

6. Wo sammelst du deine Blogideen?
Unterwegs. Sei es im Internet oder auf der Straße. Manche Textideen werden zudem von außen an mich herangetragen. Ob ich denen dann nachgehe, entscheide ich von Fall zu Fall. Mal kriegt mich eine Idee, mal eben nicht. Und dann gibt es da noch Themen, die einfach nicht passen, so gut die Idee auch sein mag. Seltsam, wie Leute beispielsweise darauf kommen, ich könnte doch mal über Hundeerziehung schreiben.

7. Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Da stehe ich leider mit leeren Händen da. Zeitspar-Tricks sind bestimmt super. Nur leider habe ich keine auf der Pfanne.

8. Benutzt du eine To-Do-List-App?
Ich habe eine Zeit lang mit Astrid herum experimentiert. (Ist die phonetische Nähe zu Arschtritt von deren Machern eigentlich gewollt?) Irgendwann haben wir uns aber auseinandergelebt. Seitdem übernimmt der Kalender meines Smartphones den Job. Oder einer der Zettel, die nicht schnell genug auf den Bäumen waren. Dann allerdings ohne Erinnerungsfunktion.

9. Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Meine Fotos sind nicht der Knüller. Ohne Kamera zu leben, würde mir trotzdem schwer fallen. Ohne Solemate auch. Das ist eine Bluetooth-Box, die es geschafft hat, meinen Musikkonsum noch zu steigern. Seitdem ist immer und überall Musik. Herrlich!

10. Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Ich schreibe gerne Porträts und bastel gerne Bildunterschriften. Ob ich das besser kann als andere, möchte ich nicht beurteilen. Schön wäre es allerdings. Denn ich mach das schon mehr als ziemlich gerne.

(Neulich meinte jemand, meine Texte hätten einen bestimmten Rhythmus und Flow, der für ein außerordentliches Sprachgefühl spräche. Ich kann und will mich dieser Meinung nicht anschließen. Aber erwähnen kann man es ja mal.)

11. Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Das variiert nach Tagesform. Was beim Schreiben selber nie geht, ist deutschsprachige Musik. Ständig spüre ich dann die Versuchung, Textpassagen in meine Artikel einzubauen. Was demzufolge immer geht, ist Instrumentalmusik – Mogwai, zum Beispiel. Die sollten ohnehin von viel mehr Menschen gehört werden.

12. Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Lerche?
Zur Lerche umgeschulte Eule. Eigentlich bin ich nachts gut zu gebrauchen. Aber im Sinne eines geordneten Berufslebens habe ich das ein wenig umgestellt. Die meisten Gesprächspartner oder geschäftlichen Kontakte sind eben tagsüber besser zu erreichen.

13. Eher introvertiert oder extrovertiert?
Bei Freunden und Bekannten definitiv extrovertiert. Bin ich irgendwo neu, hingegen introvertiert. Bis ich dann den Großteil der Anwesenden unter »Freunde und Bekannte« eingeordnet habe. Dann gibt es kein Halten mehr.

14. Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Ich werfe das Stöckchen weiter an die Damen und Herren von Social Media Aachen und an Helge David.

15. Der beste Rat, den du je bekommen hast?
»Wenn man schießen will, dann soll man schießen. Und nicht quatschen!«

16. Noch irgendetwas Wichtiges?
Eigentlich nicht.

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