planlos.in: Schnitzeljagd per SMS

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Am Samstag war ich mit Franz-Josef Strauß und Herbert Wehner im ehemaligen Regierungsviertel von Bonn unterwegs. Die beiden hatten mich gebeten, für sie den Geist der alten Bundesrepublik zu suchen. Nur durch ihn könnten ihre Seelen die wohlverdiente ewige Ruhe finden. Und die Jagd nach dem Geist führte an einstmals mächtige Orte und zurück in Zeiten, als dort zwischen heutiger Museumsmeile und Rhein die Geschicke Deutschlands gelenkt wurden. Am Ende fanden Franz-Josef und Herbert tatsächlich Erlösung. Weiterlesen

Vor einem Jahrzehnt: Tabellenführer Alemannia

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Achtung, jetzt kommt wieder so ein Fußball-Nostalgieding. Der Anlass ist aber auch ein guter: Auf den Tag vor zehn Jahren bestieg mein kleiner Inzwischen-Viertligist für etwa 19 Stunden die Pole Position des deutschen Profifußballs. Ein 3:1 auswärts in Mainz machte uns – also die Alemannia, mich und noch ein paar andere Leute – von Freitagnacht bis Samstagnachmittag zum Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. Weiterlesen

Wie in alten Zeiten: Tagesausflug zum »Rock Herk 2016«

The Notwist beim Rock Herk 2016

Ungefähr eine mittelprächtige walisische Torschussdistanz von Belgien entfernt aufgewachsen, habe ich schon in jungen Jahren das popkulturelle Angebot zu schätzen gelernt, das gerade im Sommer in unserem Nachbarland auf der Karte steht: Festivals, Festivals, Festivals. Natürlich sind da seit ewigen Zeiten die beiden Klassiker »Rock Werchter« (vormals »Torhout Werchter«) und »Pukkelpop«. Aber eben auch etliche, kleine, mit viel Liebe ausgerichtete Festival, die immer wieder ein phantastisches Line-Up zusammenkriegen. Das war schon in den 90ern so. Weiterlesen

Plan B ins Herz: Graham, West Ham United und ich

Underground Arsenal

»Sorry, aber es fängt gleich an zu regnen.« Für einen Moment dachte ich, der vor mir stehende Mann im Anzug mit dem Gunners-Emblem wolle mich auf den Arm nehmen. Aber dann drückte er mir tatsächlich wieder das Geld in die Hand, das ich ihm kurz zuvor für ein Ticket über die Theke geschoben hatte. Die Stadiontour in Highbury war hochoffiziell abgesagt. Wegen Regens. In London.

Ein bisschen habe ich noch mit dem Mann diskutiert, damals im Frühjahr nach der Jahrtausendwende. Ich wolle das Stadion unbedingt sehen. Nein, später ginge das nicht, schließlich würde ich schon morgen wieder abreisen. Aber keine Schnitte. Die Tür war zu und sie blieb zu. Mein Plan, den vorletzten Tag meines London-Trips zu ein oder zwei Stadionbesichtigungen zu nutzen, hatte gleich zum Start einen herben Dämpfer verpasst bekommen. Kein Highbury, kein Fever Pitch, kein Blick auf das Wohnzimmer von Dennis Bergkamp. Von der Seite konnte ich ein wenig in die Tribünen hinter der Häuserzeile schauen. Es begann leicht zu nieseln, als ich zurück zur U-Bahn-Station ging. Dann eben Plan B. Weiterlesen

The Return of the Pratsch

In der Pratsch, Ausgabe 19

Da saßen wir also zu fünft um den Kneipentisch. Draußen wehte der Herbst das Laub von den Bäumen. Drinnen bliesen wir zum letzten Sturm. »Wenn wir bis kommendes Frühjahr kein Heft hinbekommen, ist der Pratsch tot«, sagte einer. Die anderen nickten. Dieses kommende Frühjahr ist jetzt. Und »In der Pratsch« lebt. Nach finalen Bastelarbeiten am Vorabend haben wir unsere Nummer 19 vergangenen Freitag auf den Markt geworfen.

Drei Jahre sind seit der Vorgängerausgabe vergangen. Tatsächlich ist es aktuell nicht nur ein Spaß, ein Fanzine rund um den strauchelnden Traditionsverein Alemannia Aachen zu basteln. Die zwischenzeitliche Euphorie vom Anfang 2015 ist längst verflogen. Seit dem ausverkauften Spiel gegen RWE ist soviel passiert, dass andere Klubs da locker ein Jahrzehnt draus machen würden. Das Tempo, mit dem in Aachen alles den Bach runtergeht, ist ein weiterer Faktor, der das Pratsch-Machen vergleichsweise schwierig macht. Traditionell haben wir auf dem Weg zur fertigen Ausgabe mehrere von der Zeit überholte Artikel verwerfen müssen. Oder mehrfach umgeschrieben. Am Ende hat uns das alles aber nicht aufhalten können. Zu groß der Wille, das Heft nicht sterben zu lassen. Und letztlich gibt es eine ganze Reihe von Inhalten, die einen Pratsch aus unserer Sicht unabdingbar gemacht haben. Weiterlesen

Durchnummeriert: Mein Jahr 2015 in neun Listen

Durchnummeriert

Listen. Dieses Internet ist voll von ihnen. Alles und auch wirklich alles wird heutzutage durchnummeriert. Und die Listisierung der Welt zieht – zumindest Besucher. Eigentlich ein (schreibender und lesender) Freund des Fließtexts, wollte ich das jetzt zum Jahresende endlich auch mal ausprobieren. Hier kommen also neun Listen, die mein Jahr 2015 zusammenfassen (sollen):

1. Meine Platten des Jahres  Weiterlesen

Natürliche Entschleunigung und Frohes Fest

Setterich, Heilig Abend 2010

Das war er also, der schnelle Teil des Jahres 2015. Ab heute wird noch eine Woche getrudelt und dann steht alles wieder auf Anfang. Da ist der Zeitpunkt doch ziemlich passend, mich bei allen Leuten zu bedanken, die 2015 Lust auf meine Buchstaben hatten – sei es als Leser oder als Auftraggeber. Ein Dank auch all jenen, die mir bei Recherchen mit Informationen unter die Arme gegriffen haben oder die sich von mir haben interviewen lassen, die ich zu welchen Gelegenheiten auch immer kennengelernt oder getroffen habe, die Lust und Zeit auf Austausch und Gespräch hatten. Oh, und danke für all die Musik, die ich hören durfte.

Bei aller Liebe zum Quatschen und Schreiben: Den Rest des Jahres werde ich vornehmlich mit meinen beiden Damen daheim verbringen. Im Mai bin ich Vater geworden. Das wiederum ist der grandiose Teil des Jahres 2015. Weiterlesen