Blogstock: 20 Dinge über mich

Im Anschluss an vier Hand­voll Fak­ten über sich selbst hat­te Johan­nes neu­lich mich ins Gespräch gebracht, das doch auch ein­mal aus­zu­pro­bie­ren. Ich weiß zwar nicht, ob das über­haupt irgend­je­man­den inter­es­siert. Trotz­dem woll­te ich mich sei­ner Ein­la­dung nicht ent­zie­hen und habe 20 Din­ge zusam­men­ge­tra­gen, die die Mensch­heit wahr­schein­lich noch nicht über mich wuss­te. Also, zumin­dest ein Groß­teil der Mensch­heit. Ob die Leu­te über­haupt dar­an inter­es­siert sind, die­se Wis­sens­lü­cken zu schlie­ßen … ach, das hat­te ich schon. Dann lege ich jetzt also ein­fach mal los…

  1. Mein zwei­ter Vor­na­me lau­tet Wilhelm.
  2. Bis vor etwa fünf Jah­ren konn­te ich mit Kaf­fee nichts anfan­gen. Das änder­te sich schlag­ar­tig von einem Tag auf den ande­ren. Heu­te kann ich ohne Kaf­fee nichts anfangen.
  3. Es macht mich ner­vös, im Sit­zen zu tele­fo­nie­ren. Dau­ert ein Tele­fo­nat län­ger als zwei Minu­ten, fan­ge ich an, im Raum auf und ab zu lau­fen. An beson­ders tele­fon­las­ti­gen Arbeits­ta­gen kom­men da auch schon ein­mal ein oder zwei Kilo­me­ter­chen zusammen.
  4. Obwohl mir meis­tens auch die Tex­te geläu­fig sind, sin­ge ich bei mei­nen Lieb­lings­lie­dern vor­nehm­lich Gitar­ren­so­li oder mar­kan­te Schlag­zeug­pas­sa­gen mit. Ger­ne auch laut.
  5. Seit gut zwei Jah­ren lie­gen andert­halb Kapi­tel eines Buchs auf mei­ner Fest­plat­te, das ich irgend­wann ein­mal fer­tig schrei­ben wer­de. Irgend­wann. Bestimmt.
  6. Ich foto­gra­fie­re ger­ne foto­gra­fie­ren­de Men­schen. Im Ide­al­fall mit dem Objekt, das sie gera­de knip­sen. Soll­te die Samm­lung eines Tages groß genug sein, wer­de ich sie auch herumzeigen.
  7. Fil­me, Bücher oder Plat­ten kann ich mit Inbrunst beschis­sen fin­den. Trotz­dem steht irgend­et­was in mir quer, wenn es dar­um geht, einen Ver­riss zu schrei­ben. Der Gedan­ken­gang, der mich dar­an hin­dert, sieht fast immer so aus: »Jun­ge, ist das schlecht. Das muss ich mal los­wer­den. Aber viel­leicht wür­den ande­re das gut fin­den. Even­tu­ell wür­den die durch mei­nen Ver­riss davon abge­hal­ten, es her­aus­fin­den zu wol­len. Und wenn ich mei­ne Kri­tik nett ver­pa­cke? Ach, das bringt es doch auch nicht. Ich glau­be, ich las­se es einfach.«
  8. Ich habe kein Pro­blem damit, Bücher, die mich lang­wei­len, auf hal­ber Stre­cke weg­zu­le­gen. Man­che bekom­men aller­dings spä­ter noch ein­mal eine neue Chan­ce. Aktu­ell lie­gen auf dem »Nicht schlecht genug, um end­gül­tig aufzuhören«-Stapel fünf Bücher. Alle haben noch das Lese­zei­chen an der Stel­le, an der ich den ers­ten Ver­such abge­bro­chen habe.
  9. Ein Film hin­ge­gen kann noch so schlecht und lang­wei­lig sein. Ich muss mich schon sehr zusam­men­rei­ßen, ihn nicht bis zum Ende zu schau­en. Ich könn­te ja eine rasan­te Wen­dung zum Guten oder zumin­dest eine gut gemach­te Sze­ne verpassen.
  10. Über­haupt treibt mich die Sor­ge an, Wich­ti­ges oder Inter­es­san­tes zu ver­pas­sen. Jeder noch so klei­ne Schnip­sel Infor­ma­ti­on wird lesend, hörend und schau­end auf­ge­saugt, weil ich ihn spä­ter viel­leicht ein­mal gebrau­chen kann. Wobei mit »spä­ter« durch­aus auch »Jah­re spä­ter« gemeint sein kann.
  11. Nach andert­halb anstren­gen­den Schul­jah­ren vol­ler Kon­flik­te mit dem Deutsch­leh­rer habe ich den Kurs zu Beginn der Jahr­gangs­stu­fe 13 abge­wählt. (NRW, Baby!) An mei­nem grund­sätz­li­chen Inter­es­se am Fach hat es nicht gele­gen, wes­we­gen ich mich spä­ter auch für ein Ger­ma­nis­tik­stu­di­um ein­ge­schrie­ben habe.
  12. Nach dem Abitur war ich eigent­lich fest ent­schlos­sen, Infor­ma­tik zu stu­die­ren. Dass es doch anders kam, lag wohl am Zivil­dienst. Wäh­rend der 15 Mona­te habe ich mich so gut wie gar nicht mit dem The­ma beschäf­tigt. Am Ende war das Inter­es­se an der Infor­ma­tik vor­über­ge­hend erkaltet.
  13. Mit­te der Neun­zi­ger Jah­re habe ich ein­mal im Fast­pitch-Soft­ball-Euro­pa­po­kal mit­ge­spielt. In Erman­ge­lung eines gül­ti­gen Spie­ler­pas­ses unter fal­schem Namen. Der Cup wur­de in Form eines Tur­niers über fünf Tage im nie­der­län­di­schen Alphen aan den Rijn aus­ge­tra­gen. Unser Team lan­de­te auf Platz 11 von 12.
  14. Ich tra­ge das Wap­pen mei­nes liebs­ten Fuß­ball­ver­eins als Täto­wie­rung auf der lin­ken Wade. Ein Geschenk, das ich mir selbst zum zwan­zigs­ten Jah­res­tag des ers­ten Sta­di­on­be­suchs gemacht habe.
  15. Apro­pos Fuß­ball: Ich habe ein­mal einen Tages­aus­flug nach Reykja­vik gemacht. Früh­mor­gens hin, spät­abends zurück. Für ein Fuß­ball­spiel.
  16. Zu der Par­ty, auf der ich mei­ne Freun­din ken­nen lern­te, woll­te ich eigent­lich gar nicht hin­ge­hen. Auch über acht Jah­re spä­ter bin ich mei­nen bei­den Freun­den Tom und Ami­en ver­dammt dank­bar, dass sie mei­ne Stur­köp­fig­keit igno­riert und mich trotz allem dort­hin geschleppt haben. Gesagt habe ich ihnen das, glau­be ich, noch nie.
  17. Streits sind nicht das mei­ne. Mei­ne Streit­kul­tur wür­de ich als sehr aus­bau­fä­hig bezeich­nen. Ich kann weder laut noch lan­ge, las­se die Mei­nung der Gegen­sei­te ewig sacken und schie­be Argu­men­te noch ewi­ger gedank­lich hin und her, bevor ich über­haupt etwas erwi­de­re. Dass ich wäh­rend­des­sen schwei­ge, kann gera­de emo­tio­nal aus­la­den­de Gegen­über zur Weiß­glut trei­ben. Eine völ­lig unnö­ti­ge und in den meis­ten Fäl­len nicht beab­sich­tig­te Eska­la­ti­on, an deren Behe­bung ich arbeite.
  18. Die CDs in mei­ner Plat­ten­samm­lung sind alpha­be­tisch geord­net. Das Vinyl steht nach Gen­re gekramt bei­ein­an­der. Wenn ich ein­mal rich­tig viel Zeit habe, möch­te ich die Plat­ten nach den Far­ben ihrer Cover sor­tie­ren. Das pas­siert wahr­schein­lich, kurz nach­dem ich das Buch fer­tig geschrie­ben habe.
  19. Zum Abschal­ten han­tie­re ich ger­ne mit Zah­len her­um, mit Quer­sum­men, Prim­zah­len und irgend­wel­chen mathe­ma­ti­schen Spie­le­rei­en. Dabei fällt mir immer wie­der auf, dass ich man­che Zah­len lie­ber mag als ande­re. Die 17, zum Bei­spiel, fin­de ich super, gera­de­zu schön, wäh­rend mir die 8 unheim­lich häss­lich erscheint.
  20. Der Rhyth­mus eines Tex­tes ist mir sehr wich­tig. Ohne pas­sen­den Flow habe ich weder am Lesen, noch am Schrei­ben Spaß. Trotz­dem bin ich kein aus­ge­wie­se­ner Freund von Gedich­ten. Außer Lime­ricks. Die wie­der­um lie­be ich von gan­zem Herzen.

So, dann wäre jetzt also der Moment gekom­men, an dem ich das Blogstöck­chen – denn um ein sol­ches han­delt es sich hier – wei­ter wer­fen »darf«. Nur in wel­che Rich­tung? Auf­drän­gen möch­te ich es nie­man­dem so recht. Aber weil ihre Namen eh schon gefal­len sind, haben viel­leicht Ami­en und Tom Lust, sich zu betei­li­gen. Ansons­ten lege ich das Stöck­chen ein­fach hier hin. Wer sich dazu beru­fen fühlt, mag es neh­men und benutzen.

10 Kommentare zu “Blogstock: 20 Dinge über mich”

  1. Ja, ich gehö­re zwei­fels­frei zu den Men­schen, die
    a) es inter­es­siert, was du da schreibst
    b) von maxi­mal ein­drei­vier­tel der Auf­zäh­lungs­punk­ten über­rascht wurden
    c) lei­der kei­nen Blog haben, um das Stöck­chen zu holen

    Und des­halb oder viel­leicht aus ganz ande­ren X Grün­den sage ich dir ein herz­li­ches »Dan­ke« für die­sen Text. Wenn ich mal auf dei­ne Plat­ten­samm­lung auf­pas­sen soll, damit der ver­damm­te Roman end­lich fer­tig wird, sag ein­fach Bescheid…

    1. Vie­len Dank für das Ange­bot. Mal sehen, ob ich dar­auf zurück­kom­men wer­de. Die maxi­mal ein­drei­vier­tel Auf­zäh­lungs­punk­te inter­es­sie­ren mich jetzt schon, das klä­ren wir aber mal offline.

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