Planisphere: Am Ende der Zündschnur

Planisphere
Collage: Planisphere

Fast acht Jahre lagen für die Kölner Band Planisphere zwischen Gründung und erstem Album. Jetzt wird durchgestartet.

Freitagabend, kurz nach halb zehn im Kölner Severinsviertel: Unter dem Jubel eines dank Vorprogramms ordentlich angeschwitzten Publikums betreten vier junge Männer die Bühne im Tsunami Club. Planisphere sind im Haus. Und während sich die Bandmitglieder ihre Instrumente umhängen, nehmen Nebelmaschine und Lichtanlage den Betrieb auf. Nach ersten sphärischen Klängen legt ein ordentliches Gitarrenbrett den Schalter um und entfesselt den ganzen Laden für die nächsten gut 60 Minuten.

»Das war schon ein großartiger Abend«, blickt mit Jens Niedenhoff einer der vier jungen Männer stellvertretend zurück. Dieser 1. Juni 2018 wird bei dem Gitarristen und seinen Mitmusikern in sehr guter Erinnerung bleiben. Für die Leute vor der Bühne war das Konzert der abendliche Höhepunkt eines Brückentages. Für das Quartett dort oben war es weit mehr: der bislang wichtigste Meilenstein auf einer Reise, deren Ausgangspunkt ins Jahr 2011 zurückreicht.

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Jazzfest-Gründer Peter Materna: »Jazz ist die Musik, die fast jeden anspricht.«

Peter Materna_Foto Hagen Willsch
Foto: Hagen Willsch

Als künstlerischer Leiter und Geschäftsführer laufen sämtliche Fäden des Jazzfest Bonn durch seine Hände. Kurz vor dem Start der mittlerweile neunten Auflage des Festivals hatte Peter Materna Zeit für einige Fragen.

Herr Materna, an wie vielen Tagen im Jahr machen Sie sich keinerlei Gedanken um das Jazzfest Bonn?

»An vielleicht fünf. Das ist eine interessante Frage, weil ich früher ab und zu gefragt wurde, was ich denn sonst das ganze Jahr mache, wenn das Jazzfest rum ist. Nein, der Aufwand, ein Festival zu machen, ist nicht nur ein Full-Time Job, es ist sogar weit aufwendiger. Es ist eine ständige Aktivität, die aber sehr vielfältig ist und auch sehr viel Freude macht.«

Vom Booking der Künstler über die Zusammensetzung der für das Jazzfest charakteristischen Doppelkonzerte bis hin zur Planung, wer in welcher Location spielt: Treffen Sie alle Entscheidungen komplett alleine?

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Ausstellung »Bier & Wir«: Den Pott in der Verlängerung

Ausstellungskatalog »Bier & Wir«, Seite 52

Bierduschen nach Meisterschaften, in Fan-Spielberichten immer wieder gern erwähnte »Gerstenkaltschalen«, von Gönnern gespendete soundsoviel Liter Freibier pro erzieltem Tor auf der Saisonabschlussfeier: Bier und Fußball sind auf vielen Ebenen miteinander verzahnt. Natürlich auch in Aachen.

Ein Sonntag wie viele in der Soers der 80er-Jahre: Kurz nachdem der Schiedsrichter auf dem Tivoli zur Halbzeit gepfiffen hat, kündigen die Lautsprecher mit leichtem Summen den Beginn des Werbeblocks an. Aus seiner Kabine, die sich wie ein Schwalbennest unter das Dach der Haupttribüne kuschelt, präsentiert Stadionsprecher Robert Moonen dem weiten Rund einige unverzichtbare Verbrauchertipps. Wie immer wird er auch den damals wohl bekanntesten Reim der Stadt zum Besten geben – den mit dem 100-jährigen Opa und dem obergärigen Öcher Bier.

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Poppy Ackroyd in der Bundeskunsthalle: Weit geöffneter Horizont

Poppy Ackroyd_Foto Maxim Abrossimow
Foto: Maxim Abrossimow

Mit Poppy Ackroyd kommt am 23.2. eine Künstlerin in die Bundeskunsthalle, die zu den kommenden großen Namen der Neo-Klassik gehört. In ihren Kompositionen erfindet sie für Piano und Geige bislang nicht gekannte Klangwelten.

Ihre ersten bemerkenswerten Schritte als Musikerin hat Poppy Ackroyd quasi im Verborgenen unternommen – zumindest dem Namen der Formation nach. Bis heute ist sie Teil des Hidden Orchestra, kreiert mit dem Ensemble um den britischen Bassisten Joe Acheson vor allem live musikalische Weiten zwischen moderner Klassik und Elektronik. Wer jedoch über derart viel kreative Energie verfügt wie die in Brighton lebende gebürtige Londonerin, kommt mit »nur« einem Weg nicht aus, diese Energie in Klang zu verwandeln. Folgerichtig pflegt Poppy Ackroyd noch verschiedene andere Kooperationen, komponiert Filmmusik oder untermalt Tanzperformances und Theaterproduktionen mit Musik.

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1900 Meisterwerke: Alemannia-Fanzine (endlich) im Bewegtbild

In der Pratsch, Ausgabe 20, Seite 58

In der Pratsch 20, TitelseiteNeulich haben wir nochmal eins gemacht. Kurz vor Weihnachten ist Ausgabe Nummer 20 unseres »unabhängigen Magazins für abhängige Alemannen« erschienen. Wobei Weihnachten bei der Wahl des Termins eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat. Ausschlaggebend sollte eigentlich der Zeitpunkt »kurz vor dem letzten Heimspiel des Jahres« sein. Das letzte Heimspiel im Jahr 2017 ist dann aber ausgefallen. Eine grobe Angabe zu den Inhalten, die im Heft zu finden sind, haben wir drüben auf der Pratsch-Seite selbst gemacht. Neben den dort erwähnten größeren Themen haben wir auch den üblichen Kleinkram zusammengetragen, der sich seit dem letzten Heft an Ideen und Alemannia-Betrachtungen so angesammelt hat. Und wie beim Vorgänger rundet eine Hommage an ein längst vergangenes Fernsehformat die letzte Seite ab. Statt 1.000 sind es bei uns jedoch 1900 Meisterwerke – bewusst ohne Punkt. Weiterer Unterschied: Wir besprechen Fotografien statt Gemälden. Aber ansonsten ähneln sich Vorlage und Adaption wie ein Ei dem anderen.

»Momentemal«, kam uns dann rund um die Feiertage in den Sinn, »wenn das doch ein Fernsehformat war, dann könnten wir doch auch …«. Ja, haben wir dann auch. Und darum gibt es jetzt unsere letzte Seite (wenn man die abschließenden beiden Werbungen nicht mitrechnet) im quasi bewegten Bild. Es spricht: Der Autor der bewegenden Zeilen höchst selbst. Nein, das bin nicht ich. Enjoy.

Dreiunddreißigeindrittel: Platten unter der Lupe

Cover Dreiunddreißigeindrittel

Dreiunddreißigeindrittel Umdrehungen vollzieht eine Langspielplatte in der Minute. Mit dieser Information im Hinterkopf, scheint es tatsächlich keinen besseren Namen für die Buchserie zu geben, die der in London ansässige Bloomsbury Verlag im Jahr 2003 ins Leben gerufen hat.

Über 120 Bücher versammeln sich mittlerweile unter dem Titel »33 1/3«. Jedes einzelne von ihnen dreht sich englischsprachig um ein dem jeweiligen Autor aus welchen Gründen auch immer wichtiges Musikalbum, zerlegt es in seine Einzelteile, analysiert Musik und Texte, stellt pop- oder hochkulturelle Verbindungen her, enthüllt bislang eher weniger bekannte Fakten und Geschichten zum Werk – gibt in Summe denjenigen Menschen zusätzliches Futter, deren Interesse an Musik auch nach dem letzten Takt nicht abebbt.

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Max Scheer: Ausgefeilte Schnörkellosigkeit

Max Scheer_Foto Christian Oeser
Foto: Christian Oeser

Ein Mann, eine Gitarre, ein Mikro: Max Scheer reicht minimales Equipment für maximal bewegende Musik.

Musik war irgendwie schon immer ein Teil seines Lebens. Mit zehn Jahren bekam Max Scheer seine erste Gitarre, mit zwölf schrieb er die ersten eigenen Songs. »Erste richtige Erfahrungen habe ich aber erst gemacht, als ich nach Bonn kam«, blickt der heute 30-Jährige zurück. Ende 2006 war das. Wegen eines Jobs wechselte der gebürtige Berliner von der Spree an den Rhein. Und hier fand er musikalisch schon bald nach dem Umzug Anschluss. Als Sänger und Gitarrist der Rockband April 21st sammelte er reichlich Bühnen- und Studio-Erfahrung, ehe die Wege des Quartetts nach etlichen Konzerten und einem Album auseinanderliefen. Lange hielt es Max Scheer ohne Musik nicht aus.

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