Mr. Matt & The Madsonix: Partyknaller aus der Glotze

Madsonix_Foto Nikolas Müller
Foto: Nikolas Müller

Seit gut sechs Jahren rocken, jazzen und funken Mr. Matt & the Madsonix aus Bonn die Bühne mit Musik, die jeder kennt: Hits aus Film und Fernsehen.

Tagsüber leben diese fünf Menschen völlig unbemerkt unter uns. Doch wenn die Nacht kommt und die Bühne ruft, verwandeln sie sich in »Mr. Matt & the Madsonix«, eine Band wie eine Spezialeinheit – in etwa wie ein groovendes A-Team, oder wie ein Quintett mit zehn äußerst musikalischen Fäusten. Von Gitarrist und Sänger Matt Sonnicksen, der als Sessionmusiker schon Platinproduzenten bei der Arbeit half, bis hin zu Violinistin Alice Wignjosaputro, mehrfache »Jugend musiziert«-Preisträgerin und für Leute wie Robbie Williams und die Scorpions auf der Bühne, haben sich hier fünf Leute zusammengetan, die dank ihrer Erfahrung nicht nur alle erdenklichen Musikgenres perfekt spielen können, sondern dies auch unbedingt tun wollen.

Mit den Madsonix, wie die Band gerne kurz gerufen wird, haben sie den perfekten Weg geschaffen, sich nicht auf irgendeine Musikrichtung festlegen zu müssen. Musik aus Film und Fernsehen steht bei ihnen auf dem Programm. Rock, Pop, Jazz, Funk, Country: Alles dabei. Und alles wird in Rampensaumanier auf die Bühne gebracht.

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Beethovenfest 2017: Im Zeichen des Liedes und der Liebe

Public Viewing beim Beethovenfest Bonn 2015
Foto: Sonja Werner

Die diesjährige Auflage des Beethovenfestes widmet sich einer das Innerste offenbarenden Seite ihres Namensgebers. Auch der unerfüllt liebende Ludwig hat Großes hinterlassen.

Er war ein Veränderer, auch ein Revolutionär. Nachdem das Beethovenfest mit seiner künstlerischen Ausrichtung in den vergangenen beiden Jahren diesen beiden Qualitäten Ludwig van Beethovens nachgespürt hat, haben die Macher des Festivals um Kuratorin Nike Wagner für das Jahr 2017 eine vergleichsweise stille Seite Beethovens zum Zentrum ihrer rund 60 Veranstaltungen zwischen dem 8. September und 1. Oktober gemacht: den liebenden Ludwig, den vor allem sehnsüchtig liebenden.

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Bonn Stomp 59: Kanadisches Kiwi-Dynamit im Kult

Tami Neilson_Foto Justyn Denney Strother
Foto: Justyn Denney Strother

Nordamerika und Neuseeland liegen ihrer Stimme schon zu Füßen. Jetzt bist Du dran, Bonn. Am 29.8. kommt Tami Neilson zum »Bonn Stomp«.

»Es gibt Sängerinnen«, ließ die kanadische Dependance von HMV einmal verlauten, »und dann gibt es Tami Neilson. Für sie ist das Wort Sängerin einfach nicht groß genug.« So klingt das also, wenn Fans mit überlaufendem Herzen in die Tastatur kloppen. Das Problem an der Sache: Es ist schier unmöglich, nicht Fan mit überlaufendem Herzen zu sein, wenn man erst einmal diese Stimme gehört hat. Kraft- und seelenvoll knallt sich Tami Neilson ihrem Publikum entgegen. Dieses einzigartige Organ geht tief rein und bleibt dort lange hängen.

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Naked Lunch beim »Kulturfestival X«: Immer weitermachen

Naked Lunch_Foto Ingo Pertramer
Foto: Ingo Pertramer

Mal bergauf, mal bergab: Auf ihrem inzwischen 27 Jahre langen Weg hatten Naked Lunch im Sommer eigentlich einen Abstecher nach Aachen eingeplant. Der Plan: Im Musikbunker sollten Klagenfurt‘s Finest ihren Beitrag zum diesjährigen »Kulturfestival X« leisten. Das Konzert wurde inzwischen leider abgesagt.

Vielleicht wäre alles anders gelaufen, hätten sich die drei Teenager Oliver Welter, Peter Hornbogner und Georg Trattnig bei der Gründung ihrer Band nicht nach ausgerechnet diesem Buch benannt. »Naked Lunch« ist weniger ein Roman als ein Hieronymus-Bosch-Gemälde aus Buchstaben – eine Sammlung von Visionen und Halluzinationen, von abstrusen Erzählungen, deren ursprünglicher Lektor nach der Hälfte das Handtuch warf. Er bekam Albträume von dem Stoff.

Es spricht Bände, dass Autor William S. Burroughs zum Teil real Erlebtes in diesem Buch verarbeitet hat. Und dessen von Dramen und Tragödien gesäumte Lebensabschnitte scheinen an die Band weitervererbt worden zu sein, die den Namen seines literarischen Hauptwerks trägt. Auch der Weg von Naked Lunch aus Klagenfurt ist seit deren ersten Tagen zu Beginn der 1990er-Jahre alles andere als hindernislos verlaufen.

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The Notwist beim »Kulturfestival X«: Planlose Klangtüftler

The Notwist_Foto Patrick Morarescu
Foto: Patrick Morarescu

Für viele der Inbegriff einer deutschen Indie-Band und für noch mehr eines der besten Live-Erlebnisse überhaupt: In bald drei Jahrzehnten haben sich The Notwist in mehrfacher Hinsicht eine Sonderstellung erarbeitet.

Nein, einem Plan, so ließ Markus Acher erst neulich verlauten, einem wirklichen Plan sind sie noch nie gefolgt; er, sein Bruder Micha und die gemeinsame Band. »Wenn überhaupt, war der einzige Plan, Platten zu machen, die wir uns selbst gerne anhören würden.« Seit ihrer Gründung im Jahr 1989 sind The Notwist in diesem Sinne unterwegs: immer dem musikalischen Bauchgefühl nach, dem Gespür für das, was gerade genau richtig ist. Ganz am Anfang waren das noch schroff ballernde Gitarren zwischen Hardcore-Punk und Metal.

Doch schon bald kamen klangliche Verfeinerungen dazu, elektronisches Grundrauschen, melodische Anleihen aus dem Pop, aber auch Elemente aus dem Jazz. Die Elektronik nahm ab der Jahrtausendwende sogar noch weiter zu, während sich die Gitarren zumindest in Sachen Lautstärke mehr und mehr zurücknahmen.

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Escape Rooms in Endenich: Eine Stunde Kopfzerbrechen

Fluchtgefahr
Foto: Fluchtgefahr

Eingesperrt und 60 Minuten, um zu entkommen: In Endenich unterhalten gleich zwei Anbieter sogenannte Escape Rooms.

Geheimnisvolle Symbole an der Wand, ein paar Kippschalter und eine stumme Haustürklingel. Um in diese Villa in der Endenicher Straße zu gelangen, muss man erst einmal ein Rätsel lösen. Nur wer die Schalter in die richtigen Positionen kippt, kann der Klingel einen Laut entlocken. Das geht ja gut los. Codes entschlüsseln, Kniffliges durchschauen, Verborgenes ans Licht holen: Die Gäste dieses Hauses haben genau solche Dinge im Sinn. Ist die Tür erst knackt, warten dahinter gleich mehrere Stockwerke voller Geheimnisse und Herausforderungen.

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Tubes & Wires beim Jazzfest Bonn: Tanz der Texturen

Tubes & Wires_Foto Ulla C Binder
Foto: Ulla C. Binder

Mit Tubes & Wires kommt eine Band zum Jazzfest Bonn, die sich in vielfacher Hinsicht im Schwebezustand befindet: zwischen Jazz und Rock, zwischen Sound- und Melodieorientierung, zwischen Komposition und Improvisation, zwischen analog und elektronisch, zwischen Röhren und Kabeln.

Keine Frage, Niels Klein ist Jazzmusiker. Und was für einer. Als Saxophonist hat der gebürtige Hamburger Preise wie den Echo oder den Europäischen Komponistenpreis der Stadt Berlin gewonnen. Gemeinsam mit sechs weiteren brillanten, jungen Jazzern hat der heute 38-Jährige im Herbst 2010 in seiner Wahlheimat Köln das Kollektiv Klaeng gegründet, das seither als Label und Konzertveranstalter dazu beiträgt, die Stadt zu einer der Zentralen der deutschen Jazz-Szene zu machen. Klein spielt in etlichen Formationen, trägt seit 2011 die Verantwortung für das Bundesjugendjazzorchester und hält seit vergangenen Herbst eine Professur für Jazzsaxophon an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln inne. Niels Klein prägt den deutschen Jazz auf vielen Ebenen.

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