»Green Juice 2019«: Auf die Zwölf!

Green Juice 2018 Abendatmosphäre, Foto: Rainer Keuenhof
Wenn es Abend wird auf dem Green Juice, Foto: Rainer Keuenhof

Nach der Elf kommt die Zwölf. Was bei Mathematikern und sonstigen Anhängern der ganzen Zahlen gar nicht lange diskutiert wird, hat für die Macher des »Green Juice«-Festivals doch einiges an Arbeit bedeutet. Nach diversen Kalkulierrunden, Behördengängen und Klinkenputzereien bei potentiellen Sponsoren steht jetzt aber endgültig fest, dass es auch im Jahr 2019 eine Ausgabe des Festivals geben wird, das im Jahr 2008 mit einer LKW-Anhänger-Bühne und etwa 200 Zuschauern auf einer Wiese in Neu-Vilich begann. Es wird das zwölfte »Green Juice« werden.

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Stadtmagazin in Not: »Schnüss muss sein«

Schnüss Oktober 2018, Seite 4

Zehn Tage ist der Oktober nun alt. Etwa ebenso lange ist eine Nachricht in der Welt, die sicher nicht nur bei mir für Bauchschmerzen sorgt: Dem Editorial der aktuellen Ausgabe der »Schnüss« war zu entnehmen, dass es dem Bonner Stadtmagazin wirtschaftlich gerade alles andere als gut geht. Tatsächlich lesen sich die Sätze der Schnüss-Macher, als stünde dem Heft das Wasser bis zum Hals.

Doch immerhin schwingt auch eine Mischung aus Kampfgeist und Optimismus mit. So enthält das Editorial eine Ankündigung für die mittelfristige Zukunft: Künftig soll die eher zurückhaltende Einstellung zur eigenen Webseite auf den Prüfstand kommen. Eine Ausweitung der bislang überschaubaren digitalen Inhalte steht auf der To-Do-Liste. Ein zusätzliches Zeichen, sich in Richtung Web zu öffnen, stellt zudem die Wiederbelebung der Facebook-Seite dar. Der Fokus der Schnüss-Macher wird aber auch weiterhin auf der Printsparte liegen. Und diese gilt es zunächst einmal aus dem Gröbsten herauszuholen. Konkrete Zahlen werden im Oktober-Editorial nicht genannt. Klar ist jedoch, dass aktuell jeder Cent benötigt wird.

In dem Sinne gebe ich die Bitte der Redaktion gerne auch hier weiter. Wer jemals einen prima Termin in Bonn ohne das Heft verpasst hätte, wer je ein Ticket in der Verlosung gewonnen hat, sich regelmäßig hervorragend über Stadtthemen informiert, gut unterhalten oder von einer Rezension inspiriert gefühlt hat – oder wer einfach nur meint, dass diese Stadt ohne Print-Stadtmagazin blöder dran ist: Jetzt wäre der genau richtige Moment, die Spendierhosen zurechtzurücken.

Spenden an den hinter der Schnüss stehenden »Verein zur Förderung alternativer Medien« gerne unter dem Stichwort „Schnuess muss sein“ an: Sparkasse Köln/Bonn DE35 3705 0198 0000 0256 84. Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, eine Spendenquittung zu erhalten.

Offenlegung: Ich bin seit 2011 als freier Autor für die Schnüss tätig. Zwischen Februar 2015 und August 2018 habe ich zudem die Musikredaktion des Magazins geleitet. (Mein Ausscheiden aus dieser Funktion hat nichts mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation zu tun, sondern mit der Geburt meines zweiten Kindes, die eine Neugestaltung meiner Arbeitsaufwände nötig machte.)

Trotz meiner nach wie vor bestehenden, guten Verbindungen zur Redaktion verfüge ich über keine Informationen zum Status Quo der Schnüss, die über die im Editorial der Oktober-Ausgabe beschriebenen hinausgehen.

Planisphere: Am Ende der Zündschnur

Planisphere
Collage: Planisphere

Fast acht Jahre lagen für die Kölner Band Planisphere zwischen Gründung und erstem Album. Jetzt wird durchgestartet.

Freitagabend, kurz nach halb zehn im Kölner Severinsviertel: Unter dem Jubel eines dank Vorprogramms ordentlich angeschwitzten Publikums betreten vier junge Männer die Bühne im Tsunami Club. Planisphere sind im Haus. Und während sich die Bandmitglieder ihre Instrumente umhängen, nehmen Nebelmaschine und Lichtanlage den Betrieb auf. Nach ersten sphärischen Klängen legt ein ordentliches Gitarrenbrett den Schalter um und entfesselt den ganzen Laden für die nächsten gut 60 Minuten.

»Das war schon ein großartiger Abend«, blickt mit Jens Niedenhoff einer der vier jungen Männer stellvertretend zurück. Dieser 1. Juni 2018 wird bei dem Gitarristen und seinen Mitmusikern in sehr guter Erinnerung bleiben. Für die Leute vor der Bühne war das Konzert der abendliche Höhepunkt eines Brückentages. Für das Quartett dort oben war es weit mehr: der bislang wichtigste Meilenstein auf einer Reise, deren Ausgangspunkt ins Jahr 2011 zurückreicht.

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Jazzfest-Gründer Peter Materna: »Jazz ist die Musik, die fast jeden anspricht.«

Peter Materna_Foto Hagen Willsch
Foto: Hagen Willsch

Als künstlerischer Leiter und Geschäftsführer laufen sämtliche Fäden des Jazzfest Bonn durch seine Hände. Kurz vor dem Start der mittlerweile neunten Auflage des Festivals hatte Peter Materna Zeit für einige Fragen.

Herr Materna, an wie vielen Tagen im Jahr machen Sie sich keinerlei Gedanken um das Jazzfest Bonn?

»An vielleicht fünf. Das ist eine interessante Frage, weil ich früher ab und zu gefragt wurde, was ich denn sonst das ganze Jahr mache, wenn das Jazzfest rum ist. Nein, der Aufwand, ein Festival zu machen, ist nicht nur ein Full-Time Job, es ist sogar weit aufwendiger. Es ist eine ständige Aktivität, die aber sehr vielfältig ist und auch sehr viel Freude macht.«

Vom Booking der Künstler über die Zusammensetzung der für das Jazzfest charakteristischen Doppelkonzerte bis hin zur Planung, wer in welcher Location spielt: Treffen Sie alle Entscheidungen komplett alleine?

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Ausstellung »Bier & Wir«: Den Pott in der Verlängerung

Ausstellungskatalog »Bier & Wir«, Seite 52

Bierduschen nach Meisterschaften, in Fan-Spielberichten immer wieder gern erwähnte »Gerstenkaltschalen«, von Gönnern gespendete soundsoviel Liter Freibier pro erzieltem Tor auf der Saisonabschlussfeier: Bier und Fußball sind auf vielen Ebenen miteinander verzahnt. Natürlich auch in Aachen.

Ein Sonntag wie viele in der Soers der 80er-Jahre: Kurz nachdem der Schiedsrichter auf dem Tivoli zur Halbzeit gepfiffen hat, kündigen die Lautsprecher mit leichtem Summen den Beginn des Werbeblocks an. Aus seiner Kabine, die sich wie ein Schwalbennest unter das Dach der Haupttribüne kuschelt, präsentiert Stadionsprecher Robert Moonen dem weiten Rund einige unverzichtbare Verbrauchertipps. Wie immer wird er auch den damals wohl bekanntesten Reim der Stadt zum Besten geben – den mit dem 100-jährigen Opa und dem obergärigen Öcher Bier.

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Poppy Ackroyd in der Bundeskunsthalle: Weit geöffneter Horizont

Poppy Ackroyd_Foto Maxim Abrossimow
Foto: Maxim Abrossimow

Mit Poppy Ackroyd kommt am 23.2. eine Künstlerin in die Bundeskunsthalle, die zu den kommenden großen Namen der Neo-Klassik gehört. In ihren Kompositionen erfindet sie für Piano und Geige bislang nicht gekannte Klangwelten.

Ihre ersten bemerkenswerten Schritte als Musikerin hat Poppy Ackroyd quasi im Verborgenen unternommen – zumindest dem Namen der Formation nach. Bis heute ist sie Teil des Hidden Orchestra, kreiert mit dem Ensemble um den britischen Bassisten Joe Acheson vor allem live musikalische Weiten zwischen moderner Klassik und Elektronik. Wer jedoch über derart viel kreative Energie verfügt wie die in Brighton lebende gebürtige Londonerin, kommt mit »nur« einem Weg nicht aus, diese Energie in Klang zu verwandeln. Folgerichtig pflegt Poppy Ackroyd noch verschiedene andere Kooperationen, komponiert Filmmusik oder untermalt Tanzperformances und Theaterproduktionen mit Musik.

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1900 Meisterwerke: Alemannia-Fanzine (endlich) im Bewegtbild

In der Pratsch, Ausgabe 20, Seite 58

In der Pratsch 20, TitelseiteNeulich haben wir nochmal eins gemacht. Kurz vor Weihnachten ist Ausgabe Nummer 20 unseres »unabhängigen Magazins für abhängige Alemannen« erschienen. Wobei Weihnachten bei der Wahl des Termins eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat. Ausschlaggebend sollte eigentlich der Zeitpunkt »kurz vor dem letzten Heimspiel des Jahres« sein. Das letzte Heimspiel im Jahr 2017 ist dann aber ausgefallen. Eine grobe Angabe zu den Inhalten, die im Heft zu finden sind, haben wir drüben auf der Pratsch-Seite selbst gemacht. Neben den dort erwähnten größeren Themen haben wir auch den üblichen Kleinkram zusammengetragen, der sich seit dem letzten Heft an Ideen und Alemannia-Betrachtungen so angesammelt hat. Und wie beim Vorgänger rundet eine Hommage an ein längst vergangenes Fernsehformat die letzte Seite ab. Statt 1.000 sind es bei uns jedoch 1900 Meisterwerke – bewusst ohne Punkt. Weiterer Unterschied: Wir besprechen Fotografien statt Gemälden. Aber ansonsten ähneln sich Vorlage und Adaption wie ein Ei dem anderen.

»Momentemal«, kam uns dann rund um die Feiertage in den Sinn, »wenn das doch ein Fernsehformat war, dann könnten wir doch auch …«. Ja, haben wir dann auch. Und darum gibt es jetzt unsere letzte Seite (wenn man die abschließenden beiden Werbungen nicht mitrechnet) im quasi bewegten Bild. Es spricht: Der Autor der bewegenden Zeilen höchst selbst. Nein, das bin nicht ich. Enjoy.