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	<title>Tivoli Archiv - Löhrzeichen</title>
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	<description>Christoph Löhr - freier Schreiber und fester Projektmanager</description>
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	<title>Tivoli Archiv - Löhrzeichen</title>
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		<title>Ausstellung »Bier &#038; Wir«: Den Pott in der Verlängerung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Löhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2018 10:00:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedrucktes]]></category>
		<category><![CDATA[Alemannia Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
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		<category><![CDATA[Bier und Wir]]></category>
		<category><![CDATA[Centre Charlemagne]]></category>
		<category><![CDATA[Tivoli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bierduschen, »Gerstenkaltschalen« oder Freigetränke auf der Saisonabschlussfeier: Bier und Fußball sind vielfach miteinander verzahnt. Auch in Aachen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/ausstellung-bier-wir-den-pott-in-der-verlaengerung/">Ausstellung »Bier &amp; Wir«: Den Pott in der Verlängerung</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Bierduschen nach Meisterschaften, in Fan-Spielberichten immer wieder gern erwähnte »Gerstenkaltschalen«, von Gönnern gespendete soundsoviel Liter Freibier pro erzieltem Tor auf der Saisonabschlussfeier: Bier und Fußball sind auf vielen Ebenen miteinander verzahnt. Natürlich auch in Aachen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Sonntag wie viele in der Soers der 80er-Jahre: Kurz nachdem der Schiedsrichter auf dem Tivoli zur Halbzeit gepfiffen hat, kündigen die Lautsprecher mit leichtem Summen den Beginn des Werbeblocks an. Aus seiner Kabine, die sich wie ein Schwalbennest unter das Dach der Haupttribüne kuschelt, präsentiert Stadionsprecher Robert Moonen dem weiten Rund einige unverzichtbare Verbrauchertipps. Wie immer wird er auch den damals wohl bekanntesten Reim der Stadt zum Besten geben – den mit dem 100-jährigen Opa und dem obergärigen Öcher Bier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und wie immer holt während der letzten Silben dieses Kurzgedichts ein Mann auf den Stufen des Würselener Walls tief Luft. »Jou«, bellt er unter dem Schirm seiner Helmut-Schmidt-esken Schiffermütze hervor, kaum dass das Wort »obergärig« aus den Boxen geschallt ist. »Und de Omma wurde hundertzehn!« Mehr ruft er nicht. Das aber in jeder Halbzeit jedes Heimspieltages jener Zeit. Erst mit dem Aus der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Degraa">Degraa-Brauerei</a> im Jahr 1989 endet diese Tradition. Dass die Alemannia ein Jahr später aus der Zweiten Bundesliga absteigt, kann Zufall sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Genussbiere, Stressbiere</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Leben als Fußballfan hat viel mit Aberglauben und Ritualen zu tun: immer derselbe Weg zum Stadion, immer derselbe ungewaschene Schal bis die eigene Mannschaft verliert, immer die erste Stufe hinauf zur Tribüne mit demselben Fuß. Manche dieser Rituale wiederum haben mit Bier zu tun. Das immer gleiche, lautstarke Kommentieren einer Bierreklame, wie es der Schiffermützenträger in den 80ern auf dem Würselener Wall vollzog, stellt in diesem Kontext eher eine Ausnahme dar. Meist geht es schlicht und ergreifend um das Trinken von Bier vor, während oder nach dem Spiel.</p>


<div class="wp-block-image wp-image-7145 size-full">
<figure class="alignleft"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="465" src="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2018/02/Schweissband-und-Becks.jpg" alt="Schweissband und Becks" class="wp-image-7145" srcset="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2018/02/Schweissband-und-Becks.jpg 300w, https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2018/02/Schweissband-und-Becks-194x300.jpg 194w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Carl Brunn</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">»Wenn das Spiel spannend ist, trink ich wesentlich flotter und mehr«, erzählt Alemanniafan Achim Foki von seinem persönlichen Zusammenhang zwischen Hopfen, Malz und dem schwarz-gelben Gekicke. »Stressbiere« nennt der Mittvierziger die Rationen, die während des Spieles fließen. Die Biere vor dem Anpfiff hingegen sind für ihn »Genussbiere«. Für sie verabredet er sich mit anderen Anhängern in einer Kneipe im Stadtzentrum. Wenn die Zeit bis zum Spiel ein solch gemütliches Beisammensein nicht zulässt, dürfen es auch schon mal ein paar Genussbiere vom Kiosk sein, der auf dem Weg zum Stadion liegt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Fans wählen die Wirtschaft im Inneren des Stadions als Anlaufpunkt für ein paar Biere und etwas Fachsimpelei vor dem Spiel. Früher, als der Tivoli noch einige hundert Meter weiter die Straße hinauf stand, gab es in seinem Umkreis gleich mehrere Kneipen, in denen am Spieltag diese Form des wahren Lebens brummte. Hardcore-Fans, Allesfahrer, Fußballanalytiker, chronische Pessimisten, manische Optimisten, Raufbrüder, Munkler mit direkten Verbindungen zu »gut informierten Kreisen«, Dutzende zu Höherem berufene Trainer ohne Trainerschein: Hier traf man sie alle beim Bier. Und gar nicht selten auch die Spieler der <a href="http://alemannia-aachen.de/">Alemannia</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Volksnähe und Putenbrust</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Erdige Typen wie Mittelstürmer Heinz-Josef Kehr ließen es sich nicht nehmen, sich auch am Spieltag unter ihre Anhänger zu mischen. Kantig und mit offenem Visier spielte er während zweier Engagements bei der Alemannia zwischen 1976 und 1982 Fußball. Ebenso verhielt sich der Mann, den sie alle »Bübbes« riefen, auch den Fans gegenüber. Selbst nach Niederlagen scheute er nicht den Weg ins »Hotel Cortis«, um dort an der Theke zu den gerade beendeten 90 Minuten Rede und Antwort zu stehen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Trinkst Du nicht mit, halten sie Dich für hochnäsig. Trinkst Du aber mit und spielst nächste Woche schlecht, heißt es: Klar, wie der säuft!«</strong> (Bübbes Kehr)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Dass ihn seine Gesprächspartner dazu auf das eine oder andere Bier einluden, machte die Treffen zu kleinen Gratwanderungen. »Trinkst Du nicht mit, halten sie Dich für hochnäsig. Trinkst Du aber mit und spielst nächste Woche schlecht, heißt es: Klar, wie der säuft!« Seiner Popularität haben diese getränketechnischen Ritte auf der Rasierklinge niemals einen Abbruch getan. Bis heute gehört der im November 2014 verstorbene Bübbes eben wegen seiner Volksnähe und seiner trotz aller Thekenbesuche tadellosen Berufsauffassung zu den Alemannen, an die sich jeder immer gerne erinnert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Gegenwart sind solche Begegnungen hingegen gar nicht mehr vorstellbar. Und das liegt nur zum Teil daran, dass es die Theke im Hotel Cortis nicht mehr gibt. Schon seit Jahren stehen Kneipenszenen der Idee des perfekten und disziplinierten Fußballprofis entgegen. Im Herbst 2000 – rund zwei Jahrzehnte nach Kehrs aktiver Zeit – wurde Keeper André Lenz vom damaligen Coach Eugen Hach für ein Spiel suspendiert, weil er unter der Woche abends in einer Aachener Wirtschaft gesehen worden war. Kaum auszudenken, hätte Lenz dort auch noch Bier getrunken. Augenzeugen berichteten jedoch von Apfelschorle zum Putenbrustsalat. Dass <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Lenz">André Lenz</a> heute Teilhaber einer Kneipe in Barcelona ist, kann Zufall sein.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Netzwerk unter dem Netzwerk</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Thomas Christian gehört nicht zu jener Gattung der Fußballanhänger, die man an Spieltagen in Kneipen rund ums Stadion trifft. Dennoch spielen auch in der Fanbiographie des 40-Jährigen Orte eine wichtige Rolle, an denen Bier verkauft wird. »Die Getränkebuden am alten Tivoli waren für mich ein Netzwerk unter dem Netzwerk. In Prä-Handy-Zeiten noch nicht ständig erreichbar, konnten wir uns sicher sein, hier auch ohne Verabredung immer die richtigen Leute zu treffen.« <a href="http://carlbrunn.de/projekte/fussball/?offset=10">Jede Bude</a> im Umlauf des Stadions fungierte als Anlaufpunkt für verschiedene Gruppen, deren Mitglieder von da aus gemeinsam auf ihren Tribünenstammplatz gingen. Natürlich nicht, ohne vorher die aktuellen Belange der Alemannia besprochen zu haben.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter"><img decoding="async" width="600" height="450" src="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2018/02/Ausstellungskatalog-»Bier-Wir«.jpg" alt="Ausstellungskatalog »Bier &amp; Wir«" class="wp-image-7140" srcset="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2018/02/Ausstellungskatalog-»Bier-Wir«.jpg 600w, https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2018/02/Ausstellungskatalog-»Bier-Wir«-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px"></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">»Das letzte Auswärtsspiel, die Trainingsleistungen unter der Woche, die zu erwartende Aufstellung: Vor dem Spiel wurde über alles ausgiebig gefachsimpelt«, erinnert sich Christian. »Als Kommunikationszentralen waren die Buden analoge Vorläufer heutiger Internet-Diskussionsforen oder Social-Media-Kanäle.« Er hat noch sehr genau vor Augen, wie sich die Leute mit ihren Bechern in den Händen im Pulk um die jeweiligen Theken scharten – »regelrecht volksfestartig«. In dieser Hinsicht hat er im nicht mehr ganz neuen Stadion und an dessen Theken eine enorme Veränderung beobachtet: Statt im Pulk stehen die Leute dort in Schlangen. Aus den Kommunikationszentralen sind reine Verkaufsstellen geworden. Diskutiert wird inzwischen an anderen Orten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Jubel, Trubel, Heiterkeit</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Im großen Stil gejubelt wird mittlerweile auch eher an anderen Orten. Seit dem Abstieg aus dem Profifußball und der mittlerweile zweiten <a href="https://loehrzeichen.de/blog/wir-sind-dann-mal-weg/">Insolvenz</a> werden in Aachen sportlich eher kleinere Brötchen gebacken. Der Leidenschaft der Anhänger haut das keine Katsche in den Lack. Sofern in nächster Zeit kein handfestes Wunder geschieht, gehören ekstatische Szenen wie nach den Aufstiegen der Jahre 1999 und 2006 oder dem <a href="http://www.ochehoppaz.de/290504.htm">Pokalfinale 2004</a> fürs Erste aber der Vergangenheit an. Und auch diese Szenen sind eng mit dem Genuss von »Gerstenkaltschalen« verbunden. Hektoliterweise schütteten sich die Helden das Bier zuerst gegenseitig über, danach selbst in den Kopf. Pitschnass und glücklich: Wer dabei war, dem haben sich solche Bilder von Typen wie Henri Heeren, George Mbwando oder Willi Landgraf unauslöschbar auf die Festplatte gebrannt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter"><img decoding="async" width="600" height="450" src="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2018/02/Ausstellungskatalog-»Bier-Wir«-Seite-54.jpg" alt="Ausstellungskatalog »Bier &amp; Wir«, Seite 54" class="wp-image-7143" srcset="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2018/02/Ausstellungskatalog-»Bier-Wir«-Seite-54.jpg 600w, https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2018/02/Ausstellungskatalog-»Bier-Wir«-Seite-54-300x225.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px"></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Pitschnass und vergleichsweise unglücklich war hingegen Gästetrainer Wolfgang Wolf im November 2003 auf dem Tivoli unterwegs. Ein Bierbecher hatte den damaligen Coach des 1.FC Nürnberg am Kopf getroffen und den Höhepunkt eines ohnehin tumultreichen Spiels gebildet. Folge des ganzen Trubels: Dieser einige Gramm schwere Becher und sein Inhalt verschafften der Alemannia das zweifelhafte Vergnügen, das allererste Geisterspiel der deutschen Fußballgeschichte ausrichten zu dürfen. Bachirou Salou wiederum sorgte für den Spaß, dieses allererste Geisterspiel zu gewinnen. Was blieb, war die mehrere Monate währende Komplettvernetzung der Tribünen. Fußball und Bier kann eben auch zu suboptimalen Ergebnissen führen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon kann sicher jeder ein Lied singen, der schon einmal ein Tor verpasst hat, weil er gerade Bier holen oder wegbringen war. Ganz besonders unangenehm erwischte es einen Fan beim Public Viewing des Pokalfinals vor dem Degraa am Aachener Fischmarkt. Beim Stande von 1:2 aus Sicht der Alemannia sanft im Biernebel entschlummert, verpasste er das dritte Tor des Gegners aus Bremen, um erst vom Torjubel beim eher wertlosen Anschlusstreffer in der Nachspielzeit geweckt zu werden. »Sag ich doch, wir holen den Pott in der Verlängerung«, frohlockte er mit schwerer Zunge. Der Schlusspfiff ging im schallenden Gelächter der anderen Gäste unter.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><small>Dieser Artikel wurde ursprünglich im Katalog zur Ausstellung »<a href="http://www.centre-charlemagne.eu/ausstellungen/bier-wir">Bier &amp; Wir</a>« im Aachener Stadtmuseum Centre Charlemagne veröffentlicht. Zunächst bis Anfang März geplant, wurde die Ausstellung wegen des regen Publikumszuspruchs mittlerweile bis zum 8. April verlängert. (Hier böte sich wegen des Artikel-Titels ein Wortspiel mit Verlängerung an, aber man muss ja nicht jede Flanke versenken.)</small></p>



<p class="wp-block-paragraph"><small>Das Bild mit dem Schweißband und dem norddeutschen Pils wurde von Carl Brunn geschossen. Es zeigt den Autor des Artikels – also, vor allem seine Hand – während eines Genussbieres im Rahmen der Reise zum DFB-Pokalfinale des Jahres 2004.</small></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/ausstellung-bier-wir-den-pott-in-der-verlaengerung/">Ausstellung »Bier &amp; Wir«: Den Pott in der Verlängerung</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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		<item>
		<title>Wie in alten Zeiten: Alemannia gegen Rot-Weiss Essen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Löhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 16:28:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Und das noch]]></category>
		<category><![CDATA[»In der Pratsch«]]></category>
		<category><![CDATA[Alemannia Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Regionalliga]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Weiss Essen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Samstag kommt ein alter Rivale zum Regionalliga-Spitzenspiel an den Tivoli. Und wieder mal wird es ein besonderes Duell mit Rot-Weiss Essen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/wie-in-alten-zeiten-alemannia-gegen-rot-weiss-essen/">Wie in alten Zeiten: Alemannia gegen Rot-Weiss Essen</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: center;">»In der Bibel steht geschrieben:<br>
Du sollst Deine Feinde lieben.<br>
Dabei eines nicht vergessen:<br>
Auf die Fresse, Rot-Weiss Essen!«</p>
<p>Von der Regionalliga West bis zur Zweiten Bundesliga sind wir uns immer wieder über den Weg gelaufen. Über die Jahrzehnte hinweg bist Du für uns zu einem gehassliebten Rivalen geworden. Mit Dir verbinden wir Erinnerungen an gute, alte Zeiten. An große Siege und derbe Niederlagen. Aber auch an die Hochzeit des Fußballrabaukentums. Auswärts hattest Du eine Menge Pöbel und Gesocks im Schlepptau. Bei Dir zu Hause fühlten wir uns ganz besonders unwillkommen. Du warst eines dieser Schmuddelkinder, vor dem uns unsere Eltern immer gewarnt haben. »Mit Essen spielt man nicht«, haben sie gesagt. Wir haben es trotzdem getan. Oft haben wir danach behauptet, dass wir gut und gerne auf Dich verzichten könnten. Und es doch nie so gemeint. Mach’s gut, RWE. Es wäre schön, wenn wir uns eines Tages noch einmal über den Weg laufen würden.</p></blockquote>
<p>So stand es damals geschrieben, im Juni 2010. Am Ende der 16. Ausgabe des Alemannia-Fanzines&nbsp;»<a title="Website vom Pratsch (nicht sonderlich oft aktualisiert)" href="https://www.inderpratsch.de/">In der Pratsch</a>« kam mir die Aufgabe zu, ein paar Worte zur Situation von Rot-Weiss Essen zu verlieren. Seinerzeit musste&nbsp;der Verein&nbsp;Insolvenz anmelden, um in der Folge in den Niederungen des Amateurfußballs zu verschwinden. Und RWE ließ uns nicht kalt genug, das Ganze unkommentiert zu lassen. Der Wiedersehenswunsch am Ende war in dem Zusammenhang völlig ernst gemeint.<span id="more-4438"></span></p>
<p>Allerdings hatte ich, hatten wir uns das etwas anders vorgestellt. Irgendwann sollte Rot-Weiss Essen wieder mit uns in Liga Zwei spielen. Dass die Nummer anders gelaufen ist, dürfte sich herumgesprochen haben: Das Wiedersehen fand im Amateurfußball statt. Gut zwei Jahre nach RWE, im November 2012, trat auch die <a title="Wikipedia erklärt: Alemannias Insolvenz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alemannia_Aachen#Insolvenzverfahren">Alemannia vor den Insolvenzrichter</a>. Der daraus resultierende <a title="Wir sind dann mal weg" href="http://loehrzeichen.de/blog/wir-sind-dann-mal-weg/">Abstieg im Sommer 2013</a> führte unsere Wege wieder zusammen. Kommenden Samstag treten wir zum insgesamt vierten Mal gegeneinander in der Regionalliga West an. Zwei Traditionsklubs in Liga Vier, aktuell Spitzenreiter und Tabellenzweiter. Um die Jahreswende ist ein regelrechter Hype um diese Partie entstanden. Seit rund drei Wochen ist das Stadion ausverkauft.</p>
<p>Und genau dieses Spiel zeigt, was Duelle mit Rot-Weiss Essen so besonders machen. Wenn der Ball rollt, kann ich sie nicht leiden. Aber ansonsten seh ich doch gewisse Parallelen. Die bewegen die Menschen in ihrer Stadt genauso wie es die Alemannia in Aachen tut. Die Liga scheint da letztlich völlig egal. Sagenhafte 5.000 Leute bringen die aus Essen mit. Insgesamt werden 30.313 Zuschauer dabei&nbsp;sein – einsamer Rekord in Sachen Regionalliga. Es wird laut, es wird grellig, es wird großartig. Wenn die Alemannia am Ende auch noch gewinnt, wäre die Geschichte&nbsp;rund. Seit Tagen habe ich unfassbar Bock.</p>
<p>Vielleicht werden wir eines Tages in Erinnerungen an dieses Spiel schwelgen, das die Wende zum Guten bedeutete. Irgendwie fühlt es sich momentan ein bisschen wie Aufbruch an, wie die ersten Schritte am Hang nach durchschrittener Talsohle. Inwieweit sich dieses Gefühl bestätigen wird, kann nur die Zukunft sagen. Bis dahin gilt: Endlich wieder Fußball vor einer angemessenen Kulisse – sogar mit <a title="Alemannia online: WDR zeigt Spiel live" href="http://www.alemannia-aachen.de/aktuelles/nachrichten/details/WDR-zeigt-Spitzenspiel-live-22620K/">Live-Übertragung im WDR-Fernsehen</a>.</p>
<p>Was bei aller Rivalität, enger Tabellensituation und wahrscheinlich Aggressivität auf dem Platz nicht sein muss, ist im Übrigen ein weiteres Fußballrabauken-Kapitel. (Darum möchte ich das »Gedicht« im eingangs zitierten Text auch eher als »Uh, wir sind so böse«-Folklore verstanden wissen.) Das sehen auch die organisierten Fans beider Lager so, weswegen sie <a title="Ueberdachte.com: »Appell an die Fans«" href="https://web.archive.org/web/20160305223251/https://ueberdachte.com/2015/01/29/aachen-gegen-essen-appell-an-die-fans/">diesen Aufruf</a> verfasst haben. Prima Sache.&nbsp;Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich unfassbar Bock habe?</p>
<p><small>(Ich wurde eben darauf hingewiesen, dass ich Rot-Weiss Essen zunächst falsch geschrieben hatte – mit&nbsp;»ß«. Das wurde jetzt behoben.)</small></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/wie-in-alten-zeiten-alemannia-gegen-rot-weiss-essen/">Wie in alten Zeiten: Alemannia gegen Rot-Weiss Essen</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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		<item>
		<title>»Homestorys«-Podcast, Episode 26: der Tivoli als mein zweites Wohnzimmer</title>
		<link>https://loehrzeichen.de/blog/homestorys-podcast-tivoli-zweites-wohnzimmer/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Löhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Aug 2014 09:25:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Hinweise]]></category>
		<category><![CDATA[Und das noch]]></category>
		<category><![CDATA[Alemannia Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Homestorys]]></category>
		<category><![CDATA[Podcast]]></category>
		<category><![CDATA[Stefan Proksch]]></category>
		<category><![CDATA[Tivoli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stefan und ich haben uns via Skype ein bisschen über Fußball unterhalten. Dabei herausgekommen ist eine neue Folge von Stefans Podcast.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/homestorys-podcast-tivoli-zweites-wohnzimmer/">»Homestorys«-Podcast, Episode 26: der Tivoli als mein zweites Wohnzimmer</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Stefan habe ich vor einiger Zeit bei einem Treffen der <a title="Website der Ironblogger Bonn" href="http://bonn.ironblogger.de/">Ironblogger Bonn</a> kennengelernt. Wir saßen zufällig nebeneinander und haben uns den Abend über ziemlich angeregt über dies und das unterhalten. Vor allem aber über Fußball. (Der Stefan ist Bayern-Fan mit regional bedingter FC-Sympathie.) Jedenfalls waren wir beide der Meinung, das Gespräch irgendwann einmal fortzusetzen – beim nächsten Ironblogger-Treffen, zum Beispiel.</p>
<p>Jetzt ist es aber so, dass der Stefan ungefähr drei Podcasts betreibt. Bei »<a title="Website des Podcasts" href="http://homestorys.podcaster.de/">Homestorys</a>« besucht er beispielsweise Leute in ihrem Wohnzimmer. Also, im übertragenen Sinne, er spricht via Skype mit ihnen über Heimat und zu Hause und was das für den jeweiligen Gesprächspartner bedeutet. In dem Kontext hat er neulich auch mit mir gesprochen, so dass wir bis zum nächsten Treffen gar nicht warten mussten.</p>
<p>Herausgekommen ist dabei die Episode 26 der Homestorys, ein etwa 40-minütiges Gespräch über Fußball im Allgemeinen, die Alemannia im Speziellen und den Tivoli als Quasi-Wohnzimmer. Heute, auf den Tag fünf Jahre nach der Eröffnung des neuen Tivoli, hat Stefan das Ganze veröffentlicht. Wer es sich einmal anhören möchte, findet »<a title="Mit einem Klick zu Episode 26" href="http://homestorys.podcaster.de/homestorys/hs026-zweites-wohnzimmer-tivoli-in-aachen-christoph/">HS026 – Zweites Wohnzimmer Tivoli in Aachen</a>« nach einem Klick drüben auf der Podcast-Seite.</p>
<p><small>Anmerkung: Ich hatte Stefan in einer früheren Version eine jugendliche FC-Vergangenheit unterstellt. Die gab es aber nicht.</small></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/homestorys-podcast-tivoli-zweites-wohnzimmer/">»Homestorys«-Podcast, Episode 26: der Tivoli als mein zweites Wohnzimmer</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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		<title>»Kurvendiskussion«: Baggern gegen das Vergessen</title>
		<link>https://loehrzeichen.de/blog/baggern-gegen-das-vergessen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Löhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 13:40:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ansichtssache]]></category>
		<category><![CDATA[Gedrucktes]]></category>
		<category><![CDATA[Alemannia Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne]]></category>
		<category><![CDATA[Kurvendiskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Tivoli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Irgendwann musste es ja passieren. Nach etlichen Abschieden mit Countdown, letztem Spiel, allerletztem Spiel und jetzt aber wirklich finalem Kick werden am Tivoli seit Ende September Nägel mit Köpfen gemacht. Der Abriss hat begonnen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/baggern-gegen-das-vergessen/">»Kurvendiskussion«: Baggern gegen das Vergessen</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann musste es ja passieren. Nach etlichen Abschieden mit Countdown, letztem Spiel, allerletztem Spiel und jetzt aber wirklich finalem Kick werden am Tivoli seit Ende September Nägel mit Köpfen gemacht. Der Abriss hat begonnen. Riesige Baggerschaufeln pflügen derzeit die alten Tribünen um. Durch eine Schneise im Aachener Wall transportieren LKWs Schutt ab, der jahrzehntelang meinen Lieblingsverein beherbergt hat. Die Gewissheit, dass der gute, alte Schuppen demnächst einfach verschwunden sein wird, geht nicht nur mir an die Nieren. Gehörte es für viele Fans in den vergangenen Monaten zum festen Spieltagsritual, auf dem Weg zum neuen Stadion beim alten vorbei zu sehen, nehmen die meisten in diesen Tagen eher einen Umweg. »Das Elend gucke ich mir nicht an«, lautet die einhellige Meinung. Und die Rede ist tatsächlich nicht vom Gekicke im Postkasten.</p>
<h4>Gar nicht zimperlich</h4>
<p>In Anbetracht der Tatsache, dass eigentlich niemand unter den schwarz-gelben Anhängern diesen Abriss begrüßt, sorgt ein PR-Stunt unseres aktuellen Oberbürgermeisters für nachhaltiges Kopfschütteln. Wie um alles in der Welt ist Marcel Philipp nur auf die Idee gekommen, sich am ersten Tag dieser Planieraktion breit grinsend auf einem Bagger ablichten zu lassen? Welche Botschaft wollte er damit wohl vermitteln? »Ich hack Euch jetzt die alte Bude klein«? Aber vielleicht darf man einfach nicht zimperlich sein, wenn man sich für alle Zeiten in den Geschichtsbüchern seiner Stadt verewigen möchte. Für den einen oder anderen wird Herr Philipp bis zum Sankt Nimmerleinstag der Mann sein, der »damals mit der Bagger in die Tribüne reinjekloppt hat.« Je nach Herangehensweise ist das allemal besser, als einfach in Vergessenheit zu geraten.</p>
<p><small>(»Kurvendiskussion«, meine allmonatliche Kolumne zur Alemannia aus Aachen erscheint meistens <a href="https://web.archive.org/web/20250209052123/https://www.klenkes.de/?msg=404">hier</a>. Meistens.)</small></p>
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