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	<title>Regionalliga Archiv - Löhrzeichen</title>
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	<description>Christoph Löhr - freier Schreiber und fester Projektmanager</description>
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	<title>Regionalliga Archiv - Löhrzeichen</title>
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		<title>Wie in alten Zeiten: Alemannia gegen Rot-Weiss Essen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Löhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Feb 2015 16:28:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Und das noch]]></category>
		<category><![CDATA[»In der Pratsch«]]></category>
		<category><![CDATA[Alemannia Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Regionalliga]]></category>
		<category><![CDATA[Rot-Weiss Essen]]></category>
		<category><![CDATA[Tivoli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Samstag kommt ein alter Rivale zum Regionalliga-Spitzenspiel an den Tivoli. Und wieder mal wird es ein besonderes Duell mit Rot-Weiss Essen.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/wie-in-alten-zeiten-alemannia-gegen-rot-weiss-essen/">Wie in alten Zeiten: Alemannia gegen Rot-Weiss Essen</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: center;">»In der Bibel steht geschrieben:<br>
Du sollst Deine Feinde lieben.<br>
Dabei eines nicht vergessen:<br>
Auf die Fresse, Rot-Weiss Essen!«</p>
<p>Von der Regionalliga West bis zur Zweiten Bundesliga sind wir uns immer wieder über den Weg gelaufen. Über die Jahrzehnte hinweg bist Du für uns zu einem gehassliebten Rivalen geworden. Mit Dir verbinden wir Erinnerungen an gute, alte Zeiten. An große Siege und derbe Niederlagen. Aber auch an die Hochzeit des Fußballrabaukentums. Auswärts hattest Du eine Menge Pöbel und Gesocks im Schlepptau. Bei Dir zu Hause fühlten wir uns ganz besonders unwillkommen. Du warst eines dieser Schmuddelkinder, vor dem uns unsere Eltern immer gewarnt haben. »Mit Essen spielt man nicht«, haben sie gesagt. Wir haben es trotzdem getan. Oft haben wir danach behauptet, dass wir gut und gerne auf Dich verzichten könnten. Und es doch nie so gemeint. Mach’s gut, RWE. Es wäre schön, wenn wir uns eines Tages noch einmal über den Weg laufen würden.</p></blockquote>
<p>So stand es damals geschrieben, im Juni 2010. Am Ende der 16. Ausgabe des Alemannia-Fanzines&nbsp;»<a title="Website vom Pratsch (nicht sonderlich oft aktualisiert)" href="https://www.inderpratsch.de/">In der Pratsch</a>« kam mir die Aufgabe zu, ein paar Worte zur Situation von Rot-Weiss Essen zu verlieren. Seinerzeit musste&nbsp;der Verein&nbsp;Insolvenz anmelden, um in der Folge in den Niederungen des Amateurfußballs zu verschwinden. Und RWE ließ uns nicht kalt genug, das Ganze unkommentiert zu lassen. Der Wiedersehenswunsch am Ende war in dem Zusammenhang völlig ernst gemeint.<span id="more-4438"></span></p>
<p>Allerdings hatte ich, hatten wir uns das etwas anders vorgestellt. Irgendwann sollte Rot-Weiss Essen wieder mit uns in Liga Zwei spielen. Dass die Nummer anders gelaufen ist, dürfte sich herumgesprochen haben: Das Wiedersehen fand im Amateurfußball statt. Gut zwei Jahre nach RWE, im November 2012, trat auch die <a title="Wikipedia erklärt: Alemannias Insolvenz" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alemannia_Aachen#Insolvenzverfahren">Alemannia vor den Insolvenzrichter</a>. Der daraus resultierende <a title="Wir sind dann mal weg" href="http://loehrzeichen.de/blog/wir-sind-dann-mal-weg/">Abstieg im Sommer 2013</a> führte unsere Wege wieder zusammen. Kommenden Samstag treten wir zum insgesamt vierten Mal gegeneinander in der Regionalliga West an. Zwei Traditionsklubs in Liga Vier, aktuell Spitzenreiter und Tabellenzweiter. Um die Jahreswende ist ein regelrechter Hype um diese Partie entstanden. Seit rund drei Wochen ist das Stadion ausverkauft.</p>
<p>Und genau dieses Spiel zeigt, was Duelle mit Rot-Weiss Essen so besonders machen. Wenn der Ball rollt, kann ich sie nicht leiden. Aber ansonsten seh ich doch gewisse Parallelen. Die bewegen die Menschen in ihrer Stadt genauso wie es die Alemannia in Aachen tut. Die Liga scheint da letztlich völlig egal. Sagenhafte 5.000 Leute bringen die aus Essen mit. Insgesamt werden 30.313 Zuschauer dabei&nbsp;sein – einsamer Rekord in Sachen Regionalliga. Es wird laut, es wird grellig, es wird großartig. Wenn die Alemannia am Ende auch noch gewinnt, wäre die Geschichte&nbsp;rund. Seit Tagen habe ich unfassbar Bock.</p>
<p>Vielleicht werden wir eines Tages in Erinnerungen an dieses Spiel schwelgen, das die Wende zum Guten bedeutete. Irgendwie fühlt es sich momentan ein bisschen wie Aufbruch an, wie die ersten Schritte am Hang nach durchschrittener Talsohle. Inwieweit sich dieses Gefühl bestätigen wird, kann nur die Zukunft sagen. Bis dahin gilt: Endlich wieder Fußball vor einer angemessenen Kulisse – sogar mit <a title="Alemannia online: WDR zeigt Spiel live" href="http://www.alemannia-aachen.de/aktuelles/nachrichten/details/WDR-zeigt-Spitzenspiel-live-22620K/">Live-Übertragung im WDR-Fernsehen</a>.</p>
<p>Was bei aller Rivalität, enger Tabellensituation und wahrscheinlich Aggressivität auf dem Platz nicht sein muss, ist im Übrigen ein weiteres Fußballrabauken-Kapitel. (Darum möchte ich das »Gedicht« im eingangs zitierten Text auch eher als »Uh, wir sind so böse«-Folklore verstanden wissen.) Das sehen auch die organisierten Fans beider Lager so, weswegen sie <a title="Ueberdachte.com: »Appell an die Fans«" href="https://web.archive.org/web/20160305223251/https://ueberdachte.com/2015/01/29/aachen-gegen-essen-appell-an-die-fans/">diesen Aufruf</a> verfasst haben. Prima Sache.&nbsp;Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich unfassbar Bock habe?</p>
<p><small>(Ich wurde eben darauf hingewiesen, dass ich Rot-Weiss Essen zunächst falsch geschrieben hatte – mit&nbsp;»ß«. Das wurde jetzt behoben.)</small></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/wie-in-alten-zeiten-alemannia-gegen-rot-weiss-essen/">Wie in alten Zeiten: Alemannia gegen Rot-Weiss Essen</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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		<title>Wir sind dann mal weg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Löhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 May 2013 08:22:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Und das noch]]></category>
		<category><![CDATA[Abstieg]]></category>
		<category><![CDATA[Alemannia Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Insolvenz]]></category>
		<category><![CDATA[Regionalliga]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ach, Alemannia! Aus dem Betriebsunfall Drittligaabstieg ist ein handfester Super-GAU geworden. Mit sechsmonatiger Anlaufzeit heißt es jetzt: Tschüss Profifußball.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/alemannia-wir-sind-dann-mal-weg/">Wir sind dann mal weg</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Seit einigen Wochen macht in Aachen ein Witz die Runde, der mit einer seltsamen Frage beginnt: Was ist der Unterschied zwischen Felix Baumgartner und der Alemannia? Nach dem obligatorischen Schulterzucken des Gegenübers folgt die Antwort: »Felix Baumgartner konnte sicher sein, dass sein freier Fall irgendwann endet.« Dass dieser Gag nicht flächendeckend für Schenkelklopfer sorgt, mag mit dem doch arg bemüht wirkenden Vergleich zwischen dem Weltraumspringer und einem Fußballverein zu tun haben. Dass aber gerade Anhängern der Alemannia das Lachen im Halse stecken bleibt, liegt ganz sicher daran, dass der Witz trotz aller Bemühtheit eine schmerzhafte Portion Wahrheit enthält.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn es im deutschen Fußball derzeit einen Inbegriff für freien Fall gibt, dann ist das wohl unsere Alemannia aus Aachen. Auch nach dem zweiten Abstieg in Folge deutet nicht wirklich viel darauf hin, dass irgendwo ein Fallschirm aufginge. Vielleicht ist das eine allzu pessimistische Sicht auf die Dinge. Aber ein Pessimist, so hat dereinst ein großer Aachener Fußballphilosoph während so mancher Auswärtsfahrt gepredigt, ist eben ein Optimist mit Erfahrung. Und Erfahrung haben wir in den letzten Jahren zur Genüge sammeln können.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sechs Monate auf Abschiedstournee</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Innerhalb von nur sieben Spielzeiten hat es die Alemannia geschafft, sich von den Höhen des UEFA-Cups und aus dem erlauchten Kreis der Bundesligisten kopfüber in die vierte Liga zu stürzen. So tief unten waren wir noch nie in der bald 113-jährigen Vereinsgeschichte. Gerade einmal 13 Monate brauchte es, um aus dem vermeintlichen Betriebsunfall Drittligaabstieg einen handfesten Super-GAU zu machen. Eben noch immerwährender Zweitligist kratzen wir nun also am Tor zur Bedeutungslosigkeit. Was nützt der erste Platz in der ewigen Tabelle des Unterhauses, wenn unsere Zukunft bis auf weiteres Regionalliga West heißt? Und das Schlimmste an der ganzen Sache: Im Grunde müssen wir auch noch dankbar sein, dass es diese Zukunft überhaupt gibt. Es hätte auch die Kreisklasse sein können. Nachdem die verbliebenen Anzugträger des Vereins im vergangenen November die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bekannt gegeben hatten, schwebte auch dieses Damoklesschwert eine Zeit lang über uns. Zu allen Auswärtsspielen mit dem Fahrrad: Durch das Aufrechterhalten des Spielbetriebs bis zum Saisonende konnten wir zumindest diese Version der Apokalypse abwenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings hat uns Fans diese frühzeitige Ankündigung der Insolvenz auch den ohnehin fragwürdigen Genuss genommen, im Abstiegskampf mit unserer Mannschaft zu zittern. Stattdessen hatten wir fast ein halbes Jahr lang Zeit, dem Profifußball Lebewohl zu sagen. Jeder Spieltag eine weitere Station auf der Abschiedstournee. Mit der Bekanntgabe der Pleite stand schließlich unmittelbar fest, dass wir in Liga Drei nicht würden bleiben dürfen. Die einzige Frage war nur, in welche Klasse es uns im Sommer verschlägt. Verzweiflung, Hadern, Trauer, Zorn, Sarkasmus: Als die Auswärtsniederlage in Halle auch sportlich Fakten schuf, hatten wir all diese Phasen schon längst durchschritten. Nüchtern nahmen die meisten von uns den endgültigen Abstieg zur Kenntnis. Manch einer empfand sogar Erleichterung – so wie ein herunter gerittenes Pferd in einem Western, dessen Reiter den Revolver zum Gnadenschuss spannt. Endlich vorbei!</p>



<h2 class="wp-block-heading">Humba und Rationalität</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Darum war auch das, was sich beim letzten Heimspiel auf den Rängen abspielte, keineswegs ironisch gemeint. Hemmungslos flennende Mannsbilder, schockstarre Kurvengesichter, cholerische Schalverbrennungen und ein wütender Platzsturm: Dieses kleine Einmaleins des Absteigens wurde komplett aus dem Programm gestrichen. Hier und da verdrückte jemand nach dem Abpfiff ein Tränchen. Dass wir uns ansonsten mit Humba Humba Täterä in die Niederungen des Amateurfußballs verabschiedeten, ist ebenfalls der langen Vorlaufzeit geschuldet. Mittlerweile verbuchen wir Alemannen das historische Schlamassel mit Realismus und unverklärtem Blick auf die Sachlage. Im Laufe der Geschichte dieses historischen Niedergangs haben wir ein Gespür dafür entwickelt, wem wir Respekt schulden. In diesem Fall den überforderten, aber hingebungsvoll arbeitenden Nachwuchskräften und ihrem Trainer, die gemeinsam eine unselige Spielzeit zu ihrem Ende bringen mussten. Ebenso gut wissen wir aber auch, wen wir eigentlich teeren und federn müssten. Nur, dass wir dazu wohl keine Gelegenheit bekommen dürften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und jetzt? Pathos, Melancholie und selbst der bockige Gassenhauer »Nur ein Jahr, dann sind wir wieder da« passen gerade nicht so richtig. Weil wir verstehen wollen, warum es zur Katastrophe kommen konnte, verarbeiten wir das Drama eher mit analytischer Rationalität. Vor allem, um daraus einen Plan für unsere Zukunft abzuleiten. In wenigen Wochen werden wir Fans dann wohl trotzdem damit anfangen, uns die Regionalliga schönzureden. Immerhin werden wir mit Rot-Weiß Essen, dem Wuppertaler SV, mit Rot-Weiß Oberhausen und dem KFC Uerdingen einige alte Bekannte zu heißen Westduellen treffen. Bleibt zu hoffen, dass die Alemannia in der Lage sein wird, das Saisonziel zu erreichen. Realistischerweise kann dieses nur Klassenerhalt lauten. Damit wir uns endlich wie Felix Baumgartner fühlen können. Unten. Aber zumindest gelandet.</p>
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