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	<title>Jonas Burgwinkel Archiv - Löhrzeichen</title>
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	<description>Christoph Löhr - freier Schreiber und fester Projektmanager</description>
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	<title>Jonas Burgwinkel Archiv - Löhrzeichen</title>
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		<title>Tubes &#038; Wires beim Jazzfest Bonn: Tanz der Texturen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Löhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 May 2017 10:15:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedrucktes]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Band beim Jazzfest Bonn, die sich vielfach im Schwebezustand befindet: zwischen Jazz und Rock, Komposition und Improvisation, Röhren und Kabeln.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/tubes-wires-jazzfest-bonn-tanz-der-texturen/">Tubes &amp; Wires beim Jazzfest Bonn: Tanz der Texturen</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit Tubes &amp; Wires kommt eine Band zum Jazzfest Bonn, die sich in vielfacher Hinsicht im Schwebezustand befindet: zwischen Jazz und Rock, zwischen Sound- und Melodieorientierung, zwischen Komposition und Improvisation, zwischen analog und elektronisch, zwischen Röhren und Kabeln.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Frage, <a href="http://www.niels-klein.com/">Niels Klein</a> ist Jazzmusiker. Und was für einer. Als Saxophonist hat der gebürtige Hamburger Preise wie den Echo oder den Europäischen Komponistenpreis der Stadt Berlin gewonnen. Gemeinsam mit sechs weiteren brillanten, jungen Jazzern hat der heute 38-Jährige im Herbst 2010 in seiner Wahlheimat Köln das Kollektiv <a href="http://klaengkollektiv.de/">Klaeng</a> gegründet, das seither als Label und Konzertveranstalter dazu beiträgt, die Stadt zu einer der Zentralen der deutschen Jazz-Szene zu machen. Klein spielt in etlichen Formationen, trägt seit 2011 die Verantwortung für das Bundesjugendjazzorchester und hält seit vergangenen Herbst eine Professur für Jazzsaxophon an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln inne. Niels Klein prägt den deutschen Jazz auf vielen Ebenen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Immer wieder befreiend</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Da gibt es aber noch einen anderen musikalischen Teil in ihm – einen, der mit Jazz zumindest auf den ersten Blick nichts zu tun hat. In seinem Plattenregal finden sich auch Bands wie <a href="https://loehrzeichen.de/blog/rezension-radiohead-a-moon-shaped-pool/">Radiohead</a>, Sigur Rós oder Bon Iver. Bands also, die unter dem Label »Alternative« firmieren und dabei klanglich einen sehr eigenständigen Weg beschreiten. Und Niels Klein ist zu sehr Musiker, als dass ihn die Freiheit uninspiriert zurückließe, die sich Thom Yorke, Jónsi und Co beim Soundtüfteln gönnen. Im Jahr 2014 gründete er Tubes &amp; Wires, um seinen Ideen in diesem Bereich einen Raum zur Entfaltung zu bieten. Die Band hat sich für ihn seither zu einem Ort entwickelt, an dem er auch mal Fünfe gerade sein lassen kann. »Da ich eigentlich ein ziemlich kontrollierter Typ bin ist ist das immer wieder sehr befreiend«, sagt er selbst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vom Setting her bewegen sich Tubes &amp; Wires im Rockbereich. Wegen des Backgrounds der einzelnen Mitglieder tun sie dies aber mit der Haltung gestandener Jazzer: Mit <a href="https://loehrzeichen.de/blog/jonas-burgwinkel-and-all-that-jazz/">Jonas Burgwinkel</a> sitzt ein ebenfalls vielfach preisgekrönter Mann am Schlagzeug, der schon mit großen Namen des Jazz wie John Scofield, Lee Konitz oder jüngst Larry Grenadier auf Augenhöhe interagierte. Je nachdem, was der jeweiligen Songidee mehr entspricht, spielt Hanno Busch mal Bass, häufiger jedoch Gitarre.</p>


<figure class="wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><a href="https://loehrzeichen.de/blog/tubes-wires-jazzfest-bonn-tanz-der-texturen/"><img decoding="async" src="https://loehrzeichen.de/wp-content/plugins/wp-youtube-lyte/lyteCache.php?origThumbUrl=https%3A%2F%2Fi.ytimg.com%2Fvi%2FntUBh0BYwv8%2Fmaxresdefault.jpg" alt="YouTube Video"></a><br><br><figcaption>Direkter Link: <a href="https://web.archive.org/web/20230322210827/https://www.youtube.com/watch?v=ntUBh0BYwv8">https://www.youtube.com/watch?v=ntUBh0BYwv8</a></figcaption></figure>


<p class="wp-block-paragraph">Von Rhodespiano über Analogsynthesizer bis hin zum Harmonium spielt Lars Duppler alles, was sich an Tasteninstrumenten in den Klangkosmos von Tubes &amp; Wires fügt. Und weil ihr klarer, linearer Klang besser passt, tauscht Niels Klein sein Saxophon in dieser Band gegen ein ganzes Sammelsurium an Klarinetten. Diese jagt er dann durch diverse Effektgeräte, so dass am Ende der Whammys, Delays und wie sie alle heißen bisweilen der Eindruck entsteht, es mit einem ganzen Klarinettenorchester zu tun zu haben – vervielfacht und verfremdet, einem Klarinettenorchester from outer Space.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Spacig und energiegeladen</h2>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>»Ich suche mir harmonischen Elemente, Rhythmen und Klänge, die mir gut gefallen, und versuche sie dann miteinander zu kombinieren.«</strong> (Niels Klein)</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Rock, Jazz, Sci-Fi-Jazz, Avantgarde, Tradition, whatever: Letzten Endes geht es Niels Klein nicht um das Bedienen von Schubladen. »Ich suche mir einfach irgendwelche harmonischen Elemente, Rhythmen und Klänge heraus, die mir gut gefallen, und versuche sie dann miteinander zu kombinieren«, erklärt er die Grundausrichtung hinter Tubes &amp; Wires. Und tatsächlich treten hier nicht nur die Instrumente miteinander in den Dialog, wie sie es im Jazz seit jeher tun. Bei dieser Band tanzen auch die verschiedenen Texturen miteinander, die Klangflächen, die allerlei elektronische Verfremdungen aus den Instrumenten herausholen.</p>


<div class="wp-block-image size-full wp-image-6573">
<figure class="aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="260" src="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2017/05/Tubes-Wires_-Foto-Lutz-Voigtländer.jpg" alt="Tubes &amp; Wires_ Foto Lutz Voigtländer" class="wp-image-6573" srcset="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2017/05/Tubes-Wires_-Foto-Lutz-Voigtländer.jpg 600w, https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2017/05/Tubes-Wires_-Foto-Lutz-Voigtländer-300x130.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px"><figcaption class="wp-element-caption">Foto: Lutz Voigtländer</figcaption></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Improvisation und Interaktion mit Sounds, mal klassisch entlang von Akkordfolgen, dann wieder nahezu frei, nur mit einfachen rhythmischen Vorgaben. Dem stehen <a href="https://loehrzeichen.de/blog/rezension-tubes-wires-life-in-times-of-the-big-crunch/">auf dem aktuellen Album</a> laut Niels Klein »die einfachsten Melodien« gegenüber, »die ich je geschrieben habe.« Denn bei allem Fünfe-gerade-sein-Lassen ist der kompositorische Anteil an der Musik schon relativ groß. In Summe ergibt sich so ein spaciges Klangbild, wie es keine zweite Formation zu bieten hat. Und eine Energie, die den Zuhörer schon nach wenigen Takten komplett aufsaugt. Mit Tubes &amp; Wires hat Niels Klein etwas sehr Besonderes geschaffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><small>Tubes &amp; Wires gehören in diesem Jahr zum Line-Up des Jazzfest Bonn. Am 14.5. werden Niels Klein und seine Band Teil eines Doppelkonzerts sein. Die andere Hälfte des Abends in der Aula der Universität Bonn gehört der norwegischen Sängerin Rebekka Bakken und ihrer über drei Oktaven reichenden Stimme.</small></p>



<p class="wp-block-paragraph"><small>Das Jazzfest läuft in diesem Jahr vom 12. bis 27. Mai. Das komplette Programm findet sich <a href="http://www.jazzfest-bonn.de/">nach dem Klick</a>.</small></p>



<p class="wp-block-paragraph"><small>Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Mai-Ausgabe des Bonner Stadtmagazins »Schnüss«. Das Foto von Lutz Voigtländer entstammt dem Pressematerial des Jazzfest Bonn. Das Foto von Ulla C. Binder wiederum wurde mir von Tubes &amp; Wires zur Verfügung gestellt.</small></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/tubes-wires-jazzfest-bonn-tanz-der-texturen/">Tubes &amp; Wires beim Jazzfest Bonn: Tanz der Texturen</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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		<title>Musik in 1.000 Zeichen: Jonas Burgwinkel – »Side B«</title>
		<link>https://loehrzeichen.de/blog/rezension-jonas-burgwinkel-side-b/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Löhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Aug 2015 11:31:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Abgehört]]></category>
		<category><![CDATA[Gedrucktes]]></category>
		<category><![CDATA[»Musik in 1.000 Zeichen«]]></category>
		<category><![CDATA[Album]]></category>
		<category><![CDATA[Jonas Burgwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Rezension]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hörbare Erinnerungen an eine gerade vergangene Zeit: Free-Jazz-Groove-Jam-Sessions aus dem Kölner »Stecken« mit preisgekrönten jungen Wilden.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/rezension-jonas-burgwinkel-side-b/">Musik in 1.000 Zeichen: Jonas Burgwinkel – »Side B«</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Kein Schild, keine Homepage, ständig gute Partys: Über Jahre war das »Stecken« eines der bestgehüteten Club-Geheimnisse Kölns. Alldonnerstäglich etwa lud Schlagzeuger <a href="http://loehrzeichen.de/blog/jonas-burgwinkel-and-all-that-jazz/">Jonas Burgwinkel</a> befreundete Musiker hier zu energiegeladenen Free-Jazz-Groove-Jam-Sessions, deren Strahlkraft schon bald nach dem Start über die Grenzen der Domstadt und Deutschlands hinausreichte.</p>
<p>Denn hier war mit das Feinste am Start, das die Republik in Sachen modernem Jazz zu bieten hat. Pianist Pablo Held, zum Beispiel, Saxophonist Niels Klein oder Bassist Robert Landfermann – alle wie <a href="http://www.jonasburgwinkel.com/">Gastgeber Burgwinkel</a> mit Preisen überhäuft und der Idee beseelt, die Gegenwartsmusik in die Zukunft zu hieven.</p>
<p>Das »Stecken« ist mittlerweile Geschichte. Umso schöner, dass Jonas Burgwinkel mit »Side B« nun Aufnahmen der Sessions veröffentlicht und so Erinnerungen greif- und hörbar macht. Von pittoresken Melodieminiaturen über schwer groovende Stampfer mit Sampleunterlegung bis hin zu ausufernd flirrenden Klanglandschaften ist hier alles dabei, was passiert, wenn sich großartige Musiker auf der Bühne blind verstehen und vertrauen. Ein feines Stück (Kölner) Musikgeschichte.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/rezension-jonas-burgwinkel-side-b/">Musik in 1.000 Zeichen: Jonas Burgwinkel – »Side B«</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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		<title>Jonas Burgwinkel: And all that Jazz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Christoph Löhr]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 May 2014 07:50:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedrucktes]]></category>
		<category><![CDATA[»Porträt«]]></category>
		<category><![CDATA[Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Jonas Burgwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Pablo Held Trio]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Jonas Burgwinkel ist einer der gefragtesten Jazz-Schlagzeuger Deutschlands. Ich traf ihn für Klenkes NEO zwischen New York und Newcastle.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/jonas-burgwinkel-and-all-that-jazz/">Jonas Burgwinkel: And all that Jazz</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Bei seinem Namen schnalzen Jazzkenner mit der Zunge. Die Fähigkeiten des gebürtigen Aacheners Jonas Burgwinkel am Schlagzeug haben sich längst in aller Welt herumgesprochen. Ein Hausbesuch in seiner Wahlheimat Köln.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">»Ich habe früher eine ganze Menge Zeit in Kellern wie diesem verbracht.« Mit beiden Armen malt <a title="Website von Jonas Burgwinkel" href="http://www.jonasburgwinkel.com/">Jonas Burgwinkel</a> eine ausholende Geste in die Luft. Über mehrere Treppen und durch einen Gewölbegang sind wir tief in das Innere eines Kölner Wohnhauses vorgedrungen. Wer vor dem Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hauptbahnhof und Musikhochschule steht, ahnt nicht, dass sich in dessen Keller der Proberaum eines der gefragtesten Jazzmusiker Deutschlands befindet. Wann immer es geht, sitzt Jonas Burgwinkel hier unten am Schlagzeug und feilt an seinem Spiel. Viel zu selten sei er zuletzt dazu gekommen, sagt er selbst.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Tempo und Entspannung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Vor zwei Tagen erst ist der 32-Jährige aus New York zurückgekommen, wo er eine Woche lang Konzerte gespielt hat. Morgen geht es nach München, übermorgen nach Bayreuth und am Tag danach in Richtung Newcastle. In der Zwischenzeit hat er ein wenig mit dem Jet Lag gekämpft, Wäsche gewaschen, Schlagzeugunterricht gegeben und mit sechs befreundeten Musikern die Gründung eines eigenen Plattenlabels gefeiert. Fürs Erste sollen auf KLAENG ausschließlich Alben erscheinen, auf denen mindestens einer der sieben Gründer zu hören ist. Maximale künstlerische Freiheit bis hin zur Covergestaltung lautet das Ziel. Weil sich Produktion, Vertrieb und Werbung aber nicht von selber regeln, hat Jonas Burgwinkel künftig ein paar Punkte mehr auf seiner ohnehin proppenvollen Aufgabenliste.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft"><img decoding="async" width="300" height="448" src="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2014/04/klenkes-NEO-Ausgabe-13.jpg" alt="klenkes NEO, Ausgabe 13" class="wp-image-3615" srcset="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2014/04/klenkes-NEO-Ausgabe-13.jpg 300w, https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2014/04/klenkes-NEO-Ausgabe-13-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px"></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Denn er belässt es nicht dabei, Berufsmusiker und seit neuestem Labelbetreiber zu sein. Aktiv bringt er sich in die Jazzszene Kölns ein, organisiert beispielsweise Festivals und Konzerte – auch dies gemeinsam mit seinen sechs Freunden, auch dies unter dem Namen <a title="Website von KLAENG" href="http://klaengkollektiv.de/">KLAENG</a>. Seit Herbst 2011 hält Jonas Burgwinkel zudem eine Professur an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln inne, in deren Rahmen er die Hauptfachausbildung Schlagzeug übernimmt. Als das Gespräch auf seinen Lehrauftrag an der Musikhochschule kommt, wirkt er regelrecht überrascht von dem Tempo, das sein Leben vorlegt. Von der Tatsache, wie schnell die Zeit vergeht: »Das mache ich ja schon seit über zwei Jahren.«</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aktuell spielt er mit dem Gedanken, das Tempo ein wenig herauszunehmen, die To-Do-Liste abzuspecken. Etwa, indem er sich aus einigen der zehn Formationen zurückzieht, bei denen er derzeit am Schlagzeug sitzt. Immerhin hat er es sich mittlerweile angewöhnt, einmal im Jahr mit seiner Freundin in Urlaub zu fahren, um Entspannung zu finden. »In diesem Jahr geht es an die Westküste der USA. Und wie es aussieht wird das die erste Reise ohne eine Gelegenheit sein, irgendwo Schlagzeug zu spielen.«</p>



<h2 class="wp-block-heading">Aus dem Unterbewusstsein</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was muss jemand mitbringen, der rund 150 Konzerte auf allen Kontinenten pro Jahr spielt und daneben noch verschiedene andere Rollen und Aufgaben erfüllt? Rastlosigkeit? Zu Jonas Burgwinkel will dieses Attribut so überhaupt nicht passen. Im Gespräch ist nicht zu merken, dass seine Zeit eigentlich knapp bemessen ist. Spürbar ruht er in sich, hört genau zu, lässt seinen Gedanken und Antworten Raum. Genau diese Fähigkeiten sind es, die ihn auch am Schlagzeug auszeichnen. Mit zahlreichen Größen der internationalen Jazzszene hat er im Lauf seiner bisherigen Karriere schon die Bühne geteilt. Immer hat er eine rhythmische Basis für die gemeinsame Musik gelegt und ist gleichzeitig ein innovativer Improvisationspartner auf Augenhöhe gewesen. Eben weil er Lee Konitz, John Scofield, Chris Potter und all den anderen so genau zuhört, ihre Ideen antizipiert und den eingeschlagenen Weg spontan mit‑, manchmal auch schon vorausgeht.</p>



<figure class="wp-block-pullquote"><blockquote><p>»Beim Improvisieren kann nicht einfach jeder machen, was er gerade will.«</p></blockquote></figure>



<p class="wp-block-paragraph">»Beim Improvisieren kann nicht einfach jeder machen, was er gerade will. Man muss aufeinander achten, weswegen Empathie für Jazzmusiker eine entscheidende Eigenschaft ist.« Ob die musikalische Chemie mit einem neuen Mitspieler stimmt, kann Jonas Burgwinkel inzwischen schon nach den ersten beiden Minuten sagen. »Im besten Fall kommt die Musik direkt aus dem Unterbewusstsein, so dass Du Dir selber beim Spielen zuhören kannst. Das ist der Idealzustand.«</p>



<h2 class="wp-block-heading">Preisgekrönte Symbiose</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Regelmäßig erreicht er diesen Idealzustand im Zusammenspiel mit zwei Musikern, die für ihn weit mehr sind als bloße Kollegen. Während des Studiums in Köln lernte er den Pianisten Pablo Held und den Bassisten Robert Landfermann kennen. Auch diese beiden gehören zum Kollektiv KLAENG und zu den Gründern des gleichnamigen Labels. Seit 2005 bilden Held, Landfermann und Burgwinkel das <a title="Video: Pablo Held Trio - Nocturne" href="https://www.youtube.com/watch?v=imxk7NQpKuU">Pablo Held Trio</a>, einen »symbiotischen Zusammenschluss bester Freunde«, wie Jonas Burgwinkel es formuliert. Von drei Ausnahmemusikern und Aushängeschildern einer jungen deutschen Jazzgeneration spricht die Fachpresse. Zahlreiche Preise, sowohl für das Trio als auch für dessen einzelne Mitglieder, unterstreichen die musikalische Bedeutung der Formation. Im kommenden Oktober wird das Pablo Held Trio seiner Sammlung mit dem SWR-Jazzpreis 2014 ein weiteres Exemplar hinzufügen können.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter"><img decoding="async" width="600" height="402" src="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2014/05/Shooting-Jonas-Burgwinkel.jpg" alt="Shooting Jonas Burgwinkel" class="wp-image-3632" srcset="https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2014/05/Shooting-Jonas-Burgwinkel.jpg 600w, https://loehrzeichen.de/wp-content/uploads/2014/05/Shooting-Jonas-Burgwinkel-300x201.jpg 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px"></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">»Ich sage meinen Studenten immer, sie sollen sich vorstellen, wo sie in der Zukunft hinwollen. Alles, was ich mir damals vorgestellt habe, habe ich schon vor einiger Zeit erreicht.« Ein selbstzufriedenes Zurücklehnen kommt für Jonas Burgwinkel trotzdem nicht in Frage. Stetig trachtet er danach, besser zu werden. Im Vergleich zu Studientagen sucht er die Verbesserung allerdings auf anderen Ebenen. »Damals ging es darum, schneller oder präziser zu werden. Heute geht es mir um mein gesamtmusikalisches Verständnis und um eine Schärfung meines Gehörs.« Auch dabei findet er Unterstützung bei seinen Mitstreitern vom Trio. Sie tauschen sich in Gesprächen aus. Sie fordern sich bei Konzerten gegenseitig zu Neuem heraus. Sie wachsen an- und miteinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich verfügt Jonas Burgwinkel über die Gabe, sich selbst über potenzielle Leistungsgrenzen zu schubsen. Die Energie dazu zieht er aus dem Anspruch, den er an sich selbst hat. Und nicht zuletzt auch aus dem immensen Spaß, den ihm sein Beruf nach wie vor bereitet – voller Terminkalender hin, Jet Lag her. »Es kann schon einmal vorkommen, dass ich von einem Konzert nach Hause komme und spontan eine Stunde Probe dranhänge.« Und so sitzt er dann da. Mitten in der Nacht. Im Keller.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><small>Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Frühjahrsausgabe 2014 der Aachener Stadtzeitung »<a title="NEOBlog – das Blog zur Stadtzeitung" href="https://klenkesneo.wordpress.com/">Klenkes NEO</a>«.</small></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://loehrzeichen.de/blog/jonas-burgwinkel-and-all-that-jazz/">Jonas Burgwinkel: And all that Jazz</a> erschien zuerst auf <a href="https://loehrzeichen.de">Löhrzeichen</a>.</p>
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