Peter Materna_Foto Hagen Willsch

Jazzfest-Gründer Peter Materna: »Jazz ist die Musik, die fast jeden anspricht.«

Als künstlerischer Leiter und Geschäftsführer laufen sämtliche Fäden des Jazzfest Bonn durch seine Hände. Kurz vor dem Start der mittlerweile neunten Auflage des Festivals hatte Peter Materna Zeit für einige Fragen.

Herr Materna, an wie vielen Tagen im Jahr machen Sie sich keinerlei Gedanken um das Jazzfest Bonn?

»An vielleicht fünf. Das ist eine interessante Frage, weil ich früher ab und zu gefragt wurde, was ich denn sonst das ganze Jahr mache, wenn das Jazzfest rum ist. Nein, der Aufwand, ein Festival zu machen, ist nicht nur ein Full-Time Job, es ist sogar weit aufwendiger. Es ist eine ständige Aktivität, die aber sehr vielfältig ist und auch sehr viel Freude macht.«

Vom Booking der Künstler über die Zusammensetzung der für das Jazzfest charakteristischen Doppelkonzerte bis hin zur Planung, wer in welcher Location spielt: Treffen Sie alle Entscheidungen komplett alleine?

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Ausstellung »Bier & Wir«: Den Pott in der Verlängerung

Bierduschen nach Meisterschaften, in Fan-Spielberichten immer wieder gern erwähnte »Gerstenkaltschalen«, von Gönnern gespendete soundsoviel Liter Freibier pro erzieltem Tor auf der Saisonabschlussfeier: Bier und Fußball sind auf vielen Ebenen miteinander verzahnt. Natürlich auch in Aachen.

Ein Sonntag wie viele in der Soers der 80er-Jahre: Kurz nachdem der Schiedsrichter auf dem Tivoli zur Halbzeit gepfiffen hat, kündigen die Lautsprecher mit leichtem Summen den Beginn des Werbeblocks an. Aus seiner Kabine, die sich wie ein Schwalbennest unter das Dach der Haupttribüne kuschelt, präsentiert Stadionsprecher Robert Moonen dem weiten Rund einige unverzichtbare Verbrauchertipps. Wie immer wird er auch den damals wohl bekanntesten Reim der Stadt zum Besten geben – den mit dem 100-jährigen Opa und dem obergärigen Öcher Bier.

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Poppy Ackroyd_Foto Maxim Abrossimow

Poppy Ackroyd in der Bundeskunsthalle: Weit geöffneter Horizont

Mit Poppy Ackroyd kommt am 23.2. eine Künstlerin in die Bundeskunsthalle, die zu den kommenden großen Namen der Neo-Klassik gehört. In ihren Kompositionen erfindet sie für Piano und Geige bislang nicht gekannte Klangwelten.

Ihre ersten bemerkenswerten Schritte als Musikerin hat Poppy Ackroyd quasi im Verborgenen unternommen – zumindest dem Namen der Formation nach. Bis heute ist sie Teil des Hidden Orchestra, kreiert mit dem Ensemble um den britischen Bassisten Joe Acheson vor allem live musikalische Weiten zwischen moderner Klassik und Elektronik. Wer jedoch über derart viel kreative Energie verfügt wie die in Brighton lebende gebürtige Londonerin, kommt mit »nur« einem Weg nicht aus, diese Energie in Klang zu verwandeln. Folgerichtig pflegt Poppy Ackroyd noch verschiedene andere Kooperationen, komponiert Filmmusik oder untermalt Tanzperformances und Theaterproduktionen mit Musik.

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In der Pratsch, Ausgabe 20, Seite 58

1900 Meisterwerke: Alemannia-Fanzine (endlich) im Bewegtbild

In der Pratsch 20, TitelseiteNeulich haben wir nochmal eins gemacht. Kurz vor Weihnachten ist Ausgabe Nummer 20 unseres »unabhängigen Magazins für abhängige Alemannen« erschienen. Wobei Weihnachten bei der Wahl des Termins eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat. Ausschlaggebend sollte eigentlich der Zeitpunkt »kurz vor dem letzten Heimspiel des Jahres« sein. Das letzte Heimspiel im Jahr 2017 ist dann aber ausgefallen. Eine grobe Angabe zu den Inhalten, die im Heft zu finden sind, haben wir drüben auf der Pratsch-Seite selbst gemacht. Neben den dort erwähnten größeren Themen haben wir auch den üblichen Kleinkram zusammengetragen, der sich seit dem letzten Heft an Ideen und Alemannia-Betrachtungen so angesammelt hat. Und wie beim Vorgänger rundet eine Hommage an ein längst vergangenes Fernsehformat die letzte Seite ab. Statt 1.000 sind es bei uns jedoch 1900 Meisterwerke – bewusst ohne Punkt. Weiterer Unterschied: Wir besprechen Fotografien statt Gemälden. Aber ansonsten ähneln sich Vorlage und Adaption wie ein Ei dem anderen.

»Momentemal«, kam uns dann rund um die Feiertage in den Sinn, »wenn das doch ein Fernsehformat war, dann könnten wir doch auch …«. Ja, haben wir dann auch. Und darum gibt es jetzt unsere letzte Seite (wenn man die abschließenden beiden Werbungen nicht mitrechnet) im quasi bewegten Bild. Es spricht: Der Autor der bewegenden Zeilen höchst selbst. Nein, das bin nicht ich. Enjoy.

Cover Dreiunddreißigeindrittel

Dreiunddreißigeindrittel: Platten unter der Lupe

Dreiunddreißigeindrittel Umdrehungen vollzieht eine Langspielplatte in der Minute. Mit dieser Information im Hinterkopf, scheint es tatsächlich keinen besseren Namen für die Buchserie zu geben, die der in London ansässige Bloomsbury Verlag im Jahr 2003 ins Leben gerufen hat.

Über 120 Bücher versammeln sich mittlerweile unter dem Titel »33 1/3«. Jedes einzelne von ihnen dreht sich englischsprachig um ein dem jeweiligen Autor aus welchen Gründen auch immer wichtiges Musikalbum, zerlegt es in seine Einzelteile, analysiert Musik und Texte, stellt pop- oder hochkulturelle Verbindungen her, enthüllt bislang eher weniger bekannte Fakten und Geschichten zum Werk – gibt in Summe denjenigen Menschen zusätzliches Futter, deren Interesse an Musik auch nach dem letzten Takt nicht abebbt.

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Ein Mann, eine Gitarre, ein Mikro: Max Scheer reicht minimales Equipment für maximal bewegende Musik. Musik war irgendwie schon immer ein Teil seines Lebens. Mit zehn Jahren bekam Max Scheer seine erste Gitarre, mit zwölf schrieb er die ersten eigenen Songs. „Erste richtige Erfahrungen habe ich aber erst gemacht, als ich nach Bonn kam“, blickt der heute 30-Jährige zurück. Ende 2006 war das. Wegen eines Jobs wechselte der gebürtige Berliner von der Spree an den Rhein. Und hier fand er musikalisch schon bald nach dem Umzug Anschluss. Als Sänger und Gitarrist der Rockband April 21st sammelte er reichlich Bühnen- und Studio-Erfahrung, ehe die Wege des Quartetts nach etlichen Konzerten und einem Album auseinanderliefen. Lange hielt es Max Scheer ohne Musik nicht aus. „Ziemlich bald habe ich meine Gitarre geschnappt und erst einmal für mich alleine Musik gemacht“, blickt er auf die erste Zeit nach der Trennung zurück. Wie bei seinen Vorbildern Bruce Springsteen und Brian Fallon folgte auf die Rockband der Schritt zum akustischen Solo. „Vor etwa anderthalb Jahren habe ich dann entschieden, dass die Songs, die beim Spielen auf eigene Faust entstehen, auch für Publikum geeignet wären.“ Seither ist Scheer im klassischen Singer/Songwriter-Outfit auf Bühnen in und um Bonn unterwegs. Gitarre und ein Mikro: Mehr braucht er für seine Darbietungen nicht. Minimales Equipment, maximaler Ertrag – Musikalisch und textlich offenbaren seine Songs eine enorme Reife. Dabei überraschen sie ihn manchmal sogar selbst: „Wenn ich schreibe, habe ich nicht immer zwingend eine Vorahnung, wohin sich die Sache thematisch entwickelt.“ Am Anfang steht immer zwangloses Ein-Mann-Jammen, bis sich Akkordfolgen, Harmonien und Melodien herauskristallisieren, die Max Scheer für vertiefenswert hält. Im nächsten Schritt schnappt er sich dann das große Notizheft, in dem er all die Zeilen festhält, die ihm im täglichen Leben begegnen oder in den Sinn kommen, und die in seinen Augen und Ohren das Zeug zur Hookline haben. „Meist singe ich dann eine dieser Lines über die gerade entstandene Musik. Und der Rest ergibt sich dann schon.“ Das klingt unheimlich einfach, ist es aber natürlich nicht. Auf seiner Solo-Debüt-EP »Leave The Light On« lässt sich mehr als nur erahnen, wieviel Arbeit und Akribie Max Scheer in das Ausfeilen kleiner Feinheiten steckt, ohne seiner Musik die Schnörkellosigkeit zu nehmen. Vier Songs befinden sich auf dieser EP, die Scheer komplett in Eigenregie produziert hat. Als Download auf allen relevanten Plattformen erhältlich, ist für »Leave The Light On« keine Veröffentlichung als CD vorgesehen. Die soll erst mit einem kompletten Album im kommenden Frühjahr erfolgen. Erste Schritte in diese Richtung sind bereits getan. Bis es endgültig soweit ist, wartet aber noch einiges an Arbeit auf Max Scheer. Und einiges an Konzerten. Im Dezember besteht die Möglichkeit, ihn gleich zweimal live zu erleben. Am 11.12. spielt er im Kölner Artheater, am 15.12. feiert er seinen persönlichen Jahresabschluss im Namenlos in Bonn.

Max Scheer: Ausgefeilte Schnörkellosigkeit

Ein Mann, eine Gitarre, ein Mikro: Max Scheer reicht minimales Equipment für maximal bewegende Musik.

Musik war irgendwie schon immer ein Teil seines Lebens. Mit zehn Jahren bekam Max Scheer seine erste Gitarre, mit zwölf schrieb er die ersten eigenen Songs. »Erste richtige Erfahrungen habe ich aber erst gemacht, als ich nach Bonn kam«, blickt der heute 30-Jährige zurück. Ende 2006 war das. Wegen eines Jobs wechselte der gebürtige Berliner von der Spree an den Rhein. Und hier fand er musikalisch schon bald nach dem Umzug Anschluss. Als Sänger und Gitarrist der Rockband April 21st sammelte er reichlich Bühnen- und Studio-Erfahrung, ehe die Wege des Quartetts nach etlichen Konzerten und einem Album auseinanderliefen. Lange hielt es Max Scheer ohne Musik nicht aus.

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Blümchenknicker_Foto Isabelle Hoffmann

»Bonn Festival«: Kultureller Stadtbummel bei Nacht

Zwölf Veranstaltungen, zehn Locations, ein Preis: Am 10.11. präsentiert der Verein bonn.pop sich, seine Stadt und deren vielseitige Subkulturszene beim »Bonn Festival«.

Jetzt geht es los. Gut anderthalb Jahre nach seiner Gründung holt der Verein bonn.pop am 10. November zum ersten großen Schlag aus. Nicht weniger als ein ganzes Festival soll es gleich sein: Das »Bonn Festival« bietet mit nur einem Ticket Zugang zu insgesamt zwölf Veranstaltungen, die an diesem Abend an zehn Orten über die Bühne gehen werden. Theateraufführungen werden ebenso dabei sein wie Comedy-Nummern und eine ganze Reihe von Konzerten.

Das Datum ist dabei nicht zufällig gewählt. Es fällt auf die Zeit, während der in Bonn die Weltklimakonferenz stattfinden wird. Ganz bewusst richtet sich das Festival somit auch an die internationalen Gäste, die gerne erleben sollen, dass ihre Gastgeberstadt über eine lebendige und vielseitige Subkulturszene verfügt – alle Einheimischen dürfen diese Erkenntnis natürlich auch gerne mitnehmen. Der Preis, der einmalig für alle Veranstaltungen erhoben wird, liegt so tief wie möglich, um auch Jugendlichen den Zugang zum bunten Programm zu ermöglichen. Weiterlesen