Trainer Baade: »Drama Queens in kurzen Hosen« – Lesung in Bonn

Herzlich willkommen im Musikcafé Limes zu Bonn, meine sehr verehrten Damen und Herren. Hier findet heute die mit Spannung erwartete Lesepartie von Trainer Baade statt. Die Ränge sind nicht komplett besetzt, hier und da blitzt noch ein freies Plätzchen durch. Doch auch vor dieser Kulisse lässt sich trefflich vorlesen. Zumal die Menge schon vor dem Beginn hin und herwogt. Ja, gut ist sie, die Stimmung, geradezu euphorisch sogar. Nur noch wenige Augenblicke sind es bis zum Anpfiff. Erwartungsvoll blicken die Schlachtenbummler auf den Ort des Geschehens. Werderaner sind zu erkennen, Gladbacher Borussen, Leverkusener, Fans der Alemannia aus Aachen und von Dynamo Dresden, selbstverständlich aber auch Anhänger des einheimischen Clubs, des Bonner SC. Ob hier gleich Fußballgeschichte geschrieben werden wird, steht noch in den Sternen. Sicher ist aber schon jetzt: Hier wird gleich Fußballgeschichte gelesen werden.

Und da geht es auch schon los. Ohne langes Abtasten geht Trainer Baade gleich in die Vollen. Fest hält er das Heft in der Hand, greift immer wieder tief in die Trickkiste und das Archiv seines Blogs, in dem er sich seit fast genau acht Jahren mit dem Fußball beschäftigt. Zahlreiche launige Betrachtungen rund ums Leder hat er zur Vorbereitung dieser Partie ausgedruckt. Alle kommen sie nun zum Vortrag. Die traurige Geschichte vom verhinderten Weltklasseverteidiger Karl-Heinz ebenso, wie die vom spießig-reinlichen Jupp oder die vom Fußballgott, der eigentlich eine kackende Kuh ist. Zwischendurch verschleppt er das Tempo geschickt mit selbst gepflückten Zitaten aus den Mündern verschiedener kickender Philosophen. Nur, um im nächsten Moment eine geschickte Überleitung zur Spielverlagerung zu nutzen und den nächsten Angriff einzuleiten. Mit dem Halbzeitpfiff setzt er die letzte Pointe. Bislang eine vollkommen überzeugende Leistung des Wahlduisburgers. Man darf gespannt sein, was er in Hälfte Zwei noch zu bieten hat. Vorher aber etwas Werbung und ein Quiz mit Fragen der Marke »Zähneausbeißen leicht gemacht«. Rechtzeitig zum Wiederanpfiff melden wir uns zurück aus dem Limes.

Herzlich willkommen zurück. Unverändert ist Trainer Baade zurück aus der Kabine gekommen. Passend zum gerade weg geschlabberten Pausentee geht es gleich einmal um die Hagebutte. Die Hagebutte und das Trauma aller Nachwuchs- und Unterklassekicker: den Aschenplatz. Außerordentlich munter geht es hier weiter. Baade hat sich von der Pause nicht aus dem Rhythmus bringen lassen. Nach wie vor sitzen die Zitatkonter wie eine Eins. Dazwischen wird vom Pensum des 75-jährigen Ernst Kuzorra berichtet, werden pfeifende Fans in der Wedau kritisch hinterfragt und die drei klassischen Typen des Fußballfreundes ausgebreitet. Konditionell präsentiert sich Baade völlig auf der Höhe. Bis in die Nachspielzeit sind keinerlei Ermüdungserscheinungen zu erkennen. Lange kann die Partie nicht mehr dauern. Doch da: Foul! Nein, faul. Der letzte Text handelt von Karies an Fußballerzähnen. Ja, auch das muss man mal ansprechen dürfen. Und während der eine oder andere im Publikum noch überlegt, wann er wohl zuletzt beim Zahnarzt gewesen ist, ertönt auch schon der Schlusspfiff. Nach fulminantem Vorlesewirbel geht Trainer Baade als vollkommen verdienter Sieger vom Platz. Noch am Spielfeldrand steigt er gleich in die Analyse der gerade absolvierten Partie ein. Damit geben wir zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

Mit seinem Programm »Drama Queens in kurzen Hosen« reist der preisgekrönte Fußballblogger Trainer Baade von Zeit zu Zeit durch die Lande, um in 2 mal 45 Minuten von den großen und kleinen Geschichten des Fußballs zu erzählen. Anders als der Text suggeriert, war er nicht heute, sondern gestern in Bonn zu Gast. Und weil nach der Lesepartie immer auch vor der Lesepartie ist, finden sich weitere Termine genau hier. Das kann man sich mal angucken.

Ähnliche Beiträge:

______________________

3 Gedanken zu “Trainer Baade: »Drama Queens in kurzen Hosen« – Lesung in Bonn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat - nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , , ,