Rezension: »Internet-Meme – kurz & geek«

Von ASCII-Kunst über Rage Faces und Harlem-Shake bis #aufschrei: Ihre Erscheinungsformen sind vielfältig. Ihre Lebensdauer variiert zwischen wenigen Minuten und einigen Jahren. Wohl kaum jemand, der im Internet unterwegs ist, hat sich noch nie am Weitertragen eines Internet-Mems beteiligt – am Teilen von Texten, Bildern und Videos, die sich viral per E-Mail, über Blogs, Web-Foren und das Social Web verbreiten. Ein Emoticon und schon bist Du dabei. Durch die Masse kreiert und verbreitet, lässt sich anhand von Internet-Meme die digitale Kultur eben dieser Masse und des Netzes beleuchten. Soweit die Prämisse von ehrlemann (Nils Dagsson Moskopp) und plomlompom (Christian Heller), die sich dieses Phänomens in einem Buch angenommen haben. Vor kurzem ist »Internet-Meme – kurz & geek« beim O’Reilly-Verlag erschienen. I can haz Book-Review? Klar.

DSC 1278 Rezension: »Internet Meme – kurz & geek«Eines vorweg: Wer auf der Suche nach einem Buch ist, in dem Internet-Gags witzig nacherzählt werden, sollte getrost weitersuchen. Hier wird er nicht fündig. »Internet-Meme – kurz & geek« ist eine ernsthafte, 236-seitige Auseinandersetzung mit der Thematik. Und auch wenn die Autoren ihr Werk bescheiden als erste Einführung in die Welt der Internet-Meme bezeichnen, hat der Genuss des Ganzen doch deutlich mehr als abendfüllenden Charakter – vor allem, wenn man allen weiterführenden Links in den insgesamt 642(!) Fußnoten folgt. zum Artikel →

Alles, außer schwerer Kost

Depression und Therapie: In ihrem Buch »Drüberleben« nimmt sich Kathrin Weßling einer schweren Thematik an. Und das mit enormer Leichtigkeit.

DSC 9744 Alles, außer schwerer KostAm Anfang ist nichts – zumindest nichts, das Ida Schaumann noch irgendeinen Sinn in ihrem Leben erkennen lässt. Schon seit langem kreisen ausschließlich schwarze Gedanken im Kopf der 24-Jährigen. Quälende Angstzustände nehmen ihr den letzten Rest Antrieb. Auf dem Gipfel ihrer Verzweiflung – oder besser: in deren tiefstem Tal – packt Ida ihre Tasche, besteigt die U-Bahn und macht sich auf den Weg dorthin, wo sie Hilfe zu bekommen erhofft: in eine psychiatrische Klinik. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome, lautet die Diagnose, vor der ihr ambulanter Therapeut kapituliert hat. Mit dem Betreten der Klinik nimmt Ida den Kampf gegen die Monster in ihrem Kopf auf. Und dieser Kampf wird Wochen dauern. zum Artikel →

Ein Buch für alle Fälle

Noch ein Reiseführer für Aachen? Ja, hat sich Alexander Barth gedacht und »111 Orte in Aachen und der Euregio, die man gesehen haben muss« geschrieben. Danke dafür.

DSC 8911 201x300 Ein Buch für alle FälleEines vorweg: Ich bin Aachener. »Bist Du nicht«, sagt mein Freund Ingo immer. »Schließlich bist Du nicht im altehrwürdigen Marienhospital geboren worden.« Aber so einfach, lieber Ingo, lasse ich mich nicht outgroupen. Immerhin habe ich mehr als dreieinhalb Jahrzehnte in und um Aachen gelebt, bis es mich im Frühling 2011 nach Bonn verschlagen hat. Und auch wenn ich mich am Rhein wohl fühle, muss ich von Zeit zu Zeit zurück in die Kaiserstadt, um dort Dinge zu tun und zu erleben, die mir im Laufe meines Lebens ans Herz gewachsen sind. Dann gucke ich der Alemannia beim Kicken zu, sitze unter dem Barbarossaleuchter im Dom, schnappe mir einen Kaffee auf dem Neumarkt oder spaziere rund um Gut Hasselholz. Manchmal mache ich es mir auch nur auf einer Bank am Straßenrand bequem und höre den Passanten beim Reden zu. Was sie sagen, ist dabei egal, solange sie es im Öcher Singsang tun. Weil der Klang gut fürs Gemüt ist. Zumindest für meins. zum Artikel →

»Versiebt, Verkackt, Verheiratet: Vom Leben nach dem Happy End«

Romans Frau möchte ein Kind, Paul wurde gerade verlassen, Ben steht auf die beste Freundin seiner Freundin und Jimo – na, Jimo eben. In seinem neuen Buch »Versiebt, Verkackt, Verheiratet: Vom Leben nach dem Happy End« begleitet Malte Welding diese vier Herren (und alle dazu gehörenden oder dazu gehört habenden Damen) über vier Wochen, die ihrer aller L(i)eben verändern.

Ben, Paul und Roman sind Brüder, die aber nur sehr wenig gemeinsam haben: ihre Eltern, den Wohnort – irgendwann sind alle drei von Aachen über Bonn in Berlin gelandet – und die Tatsache, dass allen dreien nahezu zeitgleich ihre Beziehungen um die Ohren fliegen. Vom Wesen her sehr unterschiedlich, geht jeder, seinem Naturell folgend, anders mit diesen brandneuen Problemen um. Und dann ist da noch Pauls bester Freund Jimo, der alle Frauen haben kann. Oder nach seiner eigenen Lesart: den alle Frauen haben können. Bei ihm ist die Welt gerade aber auch nicht sonderlich in Ordnung. zum Artikel →