Rezension »Shakespeare’s Star Wars«: Des Barden Weltraumtrilogie

Star Wars Trilogie Rezension »Shakespeares Star Wars«: Des Barden WeltraumtrilogieEs gibt Ideen, auf die hätte man auch selber kommen können. Auf die hätte man eigentlich auch selber kommen wollen. Und über die freut man sich, wenn jemand anders auf sie kommt. Ian Doescher hatte eine solche Idee, die einen als Schreiber ein wenig neidisch, als Leser dafür aber mehr als ein wenig glücklich macht. Doescher hat einen der größten Epen der Popkultur so aufbereitet, als stamme es aus der Feder eines der größten Epenerzähler der Weltliteratur. zum Artikel →

Rezension »111 Orte im Dreiländereck«: Von Möhren, Bären und D’Artagnan

111 Orte Dreiländereck Rezension »111 Orte im Dreiländereck«: Von Möhren, Bären und DArtagnanAlexander Barth präsentiert ein weiteres lesenswertes Buch voller abseitiger Sehenswürdigkeiten aus dem Dreiländereck.

Er hat es schon wieder getan. Etwa zwei Jahre nach seinem Erstlingswerk »111 Orte in Aachen und der Euregio, die man gesehen haben muss« hat Alexander Barth 111 weitere Orte zusammengetragen, die seiner Meinung nach auch unbedingt einen Besuch wert sind. Und wie man das bei Nachfolgern erfolgreicher Bücher machen sollte: Konzept und Verlag sind für »111 Orte im Dreiländereck, die man gesehen haben muss« gleich geblieben. Absolut neu sind die im Buch behandelten Orte. Zudem wurde das »Winning Team« entgegen diverser anders lautender Sport-Weisheiten gewechselt.

111 Orte Dreiländereck Giftland Rezension »111 Orte im Dreiländereck«: Von Möhren, Bären und DArtagnanDiesmal ist es Fotografin Jenny Roder gewesen, die den Autor bei seinen Streifzügen durch das Dreiländereck begleitet hat. Über mehrere Monate hat sich das Duo dies- und jenseits der Grenzen Deutschlands, Belgiens und der Niederlande umgetan. Und zwischen Lüttich, Maastricht und Aachen haben die beiden dabei etliche (in Worten: einhundertundelf) Sehenswürdigkeiten aufgetan, die in herkömmlichen Reiseführern so garantiert nicht zu finden sind: D’Artagnans Sterbeort, zum Beispiel, eine alte Bärengrube oder ein Möhrenmuseum.

Wie gesagt, das Konzept ist gleich geblieben. So erhält jeder Ort eine Doppelseite Platz im Buch. In jeweils einem Essay liefert Alexander Barth seine akribisch recherchierten, mal erstaunlichen, mal äußerst unterhaltsamen Informationen. Da erzählt er vom Kaffeeschmuggel in der Nachkriegs-Eifel, vom Unabhängigkeitsbestreben des Rheinlands oder von der Öcher Version des Nürburgringes. Orte des Gedenkens kommen zur Sprache, Orte der Grenzgeschichte, Orte der hiesigen Steinkohlevergangenheit und kreativ gestalteten Gegenwart, Orte des Fußballs und der Popkultur – Orte, auf die auch Einheimische nicht unbedingt kommen würden, hätte sie jemand nach einem Ausflugstipp gefragt.

111 Orte Dreiländereck LBB Rezension »111 Orte im Dreiländereck«: Von Möhren, Bären und DArtagnanJeden dieser Texte ergänzt eine Aufnahme aus der Kamera von Jenny Roder, die dafür besondere Winkel gewählt und Warten eingenommen hat. Dadurch findet das teils Schräge des Textes seine Untermalung und Entsprechung als Foto. Texte und Bilder sind dabei durchzogen von einer tiefen Zuneigung zum Dreiländereck, zu seiner Geschichte, seinen Orten und natürlich seinen Menschen. Insgesamt lassen Barth und Roder eine wunderbar ineinander fließende Wort-Bild-Kombination entstehen, die Auswärtigen und Einheimischen gleichermaßen den Mund nach diesen besonderen Orten wässrig macht.

Für die kommenden Monate dürften Leser von »111 Orte im Dreiländereck, die man gesehen haben muss« eigentlich genug Ausflugsziele auf der To-Do-Liste haben. Und da ist noch eines, das sich seit dem ersten 111-Orte-Werk von Alexander Barth nicht geändert hat: Ich bin Fan.

Offenlegung: Ich kenne Autor und Fotografin persönlich. Auch wenn ich beide sehr schätze, hat das meine Meinung zu ihrem Buch in keinster Weise beeinflusst. Eine kurze Fassung dieser Buchbesprechung ist in der Juliausgabe des Aachener Stadtmagazins »Klenkes« erschienen.

»Museum op Öcher Platt«: Mundart und Hochkultur

Museum op Öcher Platt 1 »Museum op Öcher Platt«: Mundart und HochkulturWer von Zeit zu Zeit hier auf der Seite vorbeischaut, wird hier und da eventuell mitbekommen haben, dass ich mich meiner Heimatstadt Aachen und der dort gesprochenen Sprache besonders herzlich verbunden fühle. Vielleicht klang auch zwischen manchen Zeilen durch, dass ich mich manchmal ganz gerne in Museen aufhalte. Ein Geschenk, das ich zu meinem Geburtstag im vergangenen Jahr bekommen habe, bringt diese beiden Leidenschaften unter einen ganz bezaubernden Hut. Eigentlich hatte ich das Buch »Museum op Öcher Platt« schon vor einiger Zeit hier herumzeigen wollen. Irgendwie kam immer etwas dazwischen. Jetzt passt es aber. Und es passt jetzt sogar doppelt. Schließlich ist am kommenden Sonntag der Internationale Museumstag – auch im Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen. zum Artikel →

Rezension: »Internet-Meme – kurz & geek«

Von ASCII-Kunst über Rage Faces und Harlem-Shake bis #aufschrei: Ihre Erscheinungsformen sind vielfältig. Ihre Lebensdauer variiert zwischen wenigen Minuten und einigen Jahren. Wohl kaum jemand, der im Internet unterwegs ist, hat sich noch nie am Weitertragen eines Internet-Mems beteiligt – am Teilen von Texten, Bildern und Videos, die sich viral per E-Mail, über Blogs, Web-Foren und das Social Web verbreiten. Ein Emoticon und schon bist Du dabei. Durch die Masse kreiert und verbreitet, lässt sich anhand von Internet-Meme die digitale Kultur eben dieser Masse und des Netzes beleuchten. Soweit die Prämisse von ehrlemann (Nils Dagsson Moskopp) und plomlompom (Christian Heller), die sich dieses Phänomens in einem Buch angenommen haben. Vor kurzem ist »Internet-Meme – kurz & geek« beim O’Reilly-Verlag erschienen. I can haz Book-Review? Klar.

DSC 1278 Rezension: »Internet Meme – kurz & geek«Eines vorweg: Wer auf der Suche nach einem Buch ist, in dem Internet-Gags witzig nacherzählt werden, sollte getrost weitersuchen. Hier wird er nicht fündig. »Internet-Meme – kurz & geek« ist eine ernsthafte, 236-seitige Auseinandersetzung mit der Thematik. Und auch wenn die Autoren ihr Werk bescheiden als erste Einführung in die Welt der Internet-Meme bezeichnen, hat der Genuss des Ganzen doch deutlich mehr als abendfüllenden Charakter – vor allem, wenn man allen weiterführenden Links in den insgesamt 642(!) Fußnoten folgt. zum Artikel →

Alles, außer schwerer Kost

Depression und Therapie: In ihrem Buch »Drüberleben« nimmt sich Kathrin Weßling einer schweren Thematik an. Und das mit enormer Leichtigkeit.

DSC 9744 Alles, außer schwerer KostAm Anfang ist nichts – zumindest nichts, das Ida Schaumann noch irgendeinen Sinn in ihrem Leben erkennen lässt. Schon seit langem kreisen ausschließlich schwarze Gedanken im Kopf der 24-Jährigen. Quälende Angstzustände nehmen ihr den letzten Rest Antrieb. Auf dem Gipfel ihrer Verzweiflung – oder besser: in deren tiefstem Tal – packt Ida ihre Tasche, besteigt die U-Bahn und macht sich auf den Weg dorthin, wo sie Hilfe zu bekommen erhofft: in eine psychiatrische Klinik. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome, lautet die Diagnose, vor der ihr ambulanter Therapeut kapituliert hat. Mit dem Betreten der Klinik nimmt Ida den Kampf gegen die Monster in ihrem Kopf auf. Und dieser Kampf wird Wochen dauern. zum Artikel →

Ein Buch für alle Fälle

Noch ein Reiseführer für Aachen? Ja, hat sich Alexander Barth gedacht und »111 Orte in Aachen und der Euregio, die man gesehen haben muss« geschrieben. Danke dafür.

DSC 8911 201x300 Ein Buch für alle FälleEines vorweg: Ich bin Aachener. »Bist Du nicht«, sagt mein Freund Ingo immer. »Schließlich bist Du nicht im altehrwürdigen Marienhospital geboren worden.« Aber so einfach, lieber Ingo, lasse ich mich nicht outgroupen. Immerhin habe ich mehr als dreieinhalb Jahrzehnte in und um Aachen gelebt, bis es mich im Frühling 2011 nach Bonn verschlagen hat. Und auch wenn ich mich am Rhein wohl fühle, muss ich von Zeit zu Zeit zurück in die Kaiserstadt, um dort Dinge zu tun und zu erleben, die mir im Laufe meines Lebens ans Herz gewachsen sind. Dann gucke ich der Alemannia beim Kicken zu, sitze unter dem Barbarossaleuchter im Dom, schnappe mir einen Kaffee auf dem Neumarkt oder spaziere rund um Gut Hasselholz. Manchmal mache ich es mir auch nur auf einer Bank am Straßenrand bequem und höre den Passanten beim Reden zu. Was sie sagen, ist dabei egal, solange sie es im Öcher Singsang tun. Weil der Klang gut fürs Gemüt ist. Zumindest für meins. zum Artikel →

»Versiebt, Verkackt, Verheiratet: Vom Leben nach dem Happy End«

Romans Frau möchte ein Kind, Paul wurde gerade verlassen, Ben steht auf die beste Freundin seiner Freundin und Jimo – na, Jimo eben. In seinem neuen Buch »Versiebt, Verkackt, Verheiratet: Vom Leben nach dem Happy End« begleitet Malte Welding diese vier Herren (und alle dazu gehörenden oder dazu gehört habenden Damen) über vier Wochen, die ihrer aller L(i)eben verändern.

Ben, Paul und Roman sind Brüder, die aber nur sehr wenig gemeinsam haben: ihre Eltern, den Wohnort – irgendwann sind alle drei von Aachen über Bonn in Berlin gelandet – und die Tatsache, dass allen dreien nahezu zeitgleich ihre Beziehungen um die Ohren fliegen. Vom Wesen her sehr unterschiedlich, geht jeder, seinem Naturell folgend, anders mit diesen brandneuen Problemen um. Und dann ist da noch Pauls bester Freund Jimo, der alle Frauen haben kann. Oder nach seiner eigenen Lesart: den alle Frauen haben können. Bei ihm ist die Welt gerade aber auch nicht sonderlich in Ordnung. zum Artikel →