Depression und Therapie: In ihrem Buch »Drüberleben« nimmt sich Kathrin Weßling einer schweren Thematik an. Und das mit enormer Leichtigkeit.
Am Anfang ist nichts – zumindest nichts, das Ida Schaumann noch irgendeinen Sinn in ihrem Leben erkennen lässt. Schon seit langem kreisen ausschließlich schwarze Gedanken im Kopf der 24-Jährigen. Quälende Angstzustände nehmen ihr den letzten Rest Antrieb. Auf dem Gipfel ihrer Verzweiflung – oder besser: in deren tiefstem Tal – packt Ida ihre Tasche, besteigt die U-Bahn und macht sich auf den Weg dorthin, wo sie Hilfe zu bekommen erhofft: in eine psychiatrische Klinik. Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome, lautet die Diagnose, vor der ihr ambulanter Therapeut kapituliert hat. Mit dem Betreten der Klinik nimmt Ida den Kampf gegen die Monster in ihrem Kopf auf. Und dieser Kampf wird Wochen dauern. zum Artikel →
Eines vorweg: Ich bin Aachener. »Bist Du nicht«, sagt mein Freund Ingo immer. »Schließlich bist Du nicht im altehrwürdigen Marienhospital geboren worden.« Aber so einfach, lieber Ingo, lasse ich mich nicht outgroupen. Immerhin habe ich mehr als dreieinhalb Jahrzehnte in und um Aachen gelebt, bis es mich im Frühling 2011 nach Bonn verschlagen hat. Und auch wenn ich mich am Rhein wohl fühle, muss ich von Zeit zu Zeit zurück in die Kaiserstadt, um dort Dinge zu tun und zu erleben, die mir im Laufe meines Lebens ans Herz gewachsen sind. Dann gucke ich der Alemannia beim Kicken zu, sitze unter dem 
