Musik in 1.000 Zeichen: Tortoise – »The Catastrophist«

Tortoise - The Catastrophist

Seit einem Vierteljahrhundert scheren sich Tortoise ziemlich überhaupt nicht darum, ob die Musik, die sie gerade machen, in irgendeine Schublade passt. Dub, Rock, Jazz, Kraut, Elektronik: Wenn es dem Multi-Instrumentalisten-Quintett aus Chicago in den Kram passt, wird es gespielt.

»The Catostrophist« [Affiliate Link], das erste Album seit bald sieben Jahren, stellt sich natürlich konsequent in diese Tradition. Ohne langes Vorgeplänkel nimmt der Titeltrack den Hörer gleich einmal mit sirrenden Synthies in Empfang. Und in der folgenden Dreiviertelstunde entspinnt Tortoise ein riesiges Geflecht voller musikalischer Raffinesse.

Da wummert der jazzig-funkige Bass unter dem unverkennbaren Gitarrenklang hindurch, die Elektronik packt zwischen hypnotischem Fiepen und sattem Summen immer das passende Pünktchen aufs i, während das Schlagzeug den Laden zusammenhält, dem tanzbaren Beat gleich an der nächsten Ecke aber auch gerne das nächste schräge Break-Stöckchen in die Beine wirft. Experimentell, aber poppig, minimal, aber orchestral. Tortoise ist zu groß für Deine Schublade.

Der im Text mit [Affiliate Link] markierte Verweis wurde von mir im Rahmen meiner Teilnahme am Partnerprogramm der Amazon EU S.à r.l. gesetzt. Weitere Hinweise dazu finden sich im Impressum dieser Seite.

Ähnliche Beiträge:

Musik in 1.000 Zeichen: White Noise Sound – »Like a Pyramid of Fire«
Furioser Start und dann verschwimmt alles ins Vage. Vom zweiten Album der Waliser bleibt auch nach mehrfachem Hören eher wenig hängen.
Musik in 1.000 Zeichen: The Fall – »Sub-Lingual Tablet«
Platte gewordene Agitation. Prügeln, wimmern, bellen – Gut ist das immer noch, allerdings hat es vor langer Zeit aufgehört zu überraschen.
Musik in 1.000 Zeichen: William Fitzsimmons – »Charleroi«
Nach »Pittsburgh« im vergangenen Jahr erzählt Fitzsimmons nun in äußerst persönlichen Liedern ganz sanft aus dem Leben seiner anderen Oma.
Musik in 1.000 Zeichen: Drangsal – »Harieschaim«
Max Gruber spielt wippenden Pop, verdichtet New Wave auf seine tanzbare Essenz und liefert damit altbekannten 80er-Sound ohne Staub drauf.
______________________

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Hallo, mein Name ist Christoph Löhr und ich bin ein Öcher Jong, den es an den Rhein verschlagen hat - nach Bonn. Als freier Journalist und Autor arbeite ich sowohl für diverse Zeitungen und Magazine, als auch im Auftrag von Agenturen und Direktkunden. Wer nach dem Besuch meines Blogs Interesse an weiteren Informationen hat, findet mich auch bei Facebook, Twitter, Xing oder wahlweise bei Google+. (Weitere Netzwerke, in denen ich mal mehr, mal weniger aktiv bin, finden sich im Fußbereich dieser Seite.)

Getaggt als: , , , ,